Zeitmanagement ist alles

…sagen alle. Ich bin da geteilter Meinung.

Mich erreichen so häufig Fragen, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. „Was alles?“ ist dann meist meine Antwort. Daraufhin kommt dann die Auflistung: Arbeit, Studium, Festivals / Konzerte, Freunde, Haushalt und natürlich meine Tiere. Wenn ich ehrlich bin, nehme ich das alles gar nicht als so unfassbar viel wahr. Für mich ist es zur Normalität geworden, „das alles“ irgendwie zu managen und mir kommt es nicht so vor, als wäre ich permanent im Zeitstress. Je öfter mir diese Fragen allerdings gestellt werden oder jemand zu mir sagt „ich frage mich ja bis heute, wie du das alles machst“, desto mehr denke ich darüber nach und stelle mir diese Fragen selbst.

Wie mache ich das also? Wo liegt mein „Geheimnis“ und was hat Zeitmanagement damit zu tun?

Zum Thema Zeitmanagement möchte ich mal eben sagen, dass ich der wohl schlechteste Mensch darin bin, grade was mein Studium angeht. Ein Mensch, der über gutes Zeitmanagement verfügt, wird nicht 3 Tage vor Abgabe Tag und Nacht dran sitzen, um es pünktlich zu schaffen. Das geschieht mir allerdings immer. Also nein, perfektes Zeitmanagement ist nicht mein Wundermittel. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

Ich denke, um zu beschreiben wie ich „das alles“ so schaffe, ist es am einfachsten euch meinen normalen Wochenablauf zu schildern. Eine „normale“ Woche findet für mich mitten im Semester statt. Ohne Prüfungsstress, ohne Ferien – denn in diesen Zeiten herrscht immer Ausnahmezustand. Meine normale Woche beginnt also Montag und endet Sonntag (wow, was für eine Erkenntnis).
Ich habe das Glück, dass meine Hochschule mir meinen Stundenplan erstellt. So wird mir nämlich einfach ein Zeitplan für mein Studium vorgegeben und ich kann alles andere drumherum planen. Gehe ich vom kommenden Semester aus, habe ich regelmäßig zwei Tage unter der Woche keine Vorlesungen, kann an diesen Tagen also entspannt arbeiten gehen.

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Hund und Katze werden täglich nach dem gleichen Schema abgefertigt: am Morgen eine Runde mit Wicca im Wald drehen, beide Tiere füttern, Katzenklo reinigen und wenn es die Zeit erlaubt beide einmal knuddeln. Sobald ich dann wieder zu Hause bin, geht es wieder eine Runde mit Wicca in den Wald, beide werden gefüttert und beide werden dann auch gekämmt. Die beiden verursachen folglich den geringsten Aufwand.

Bei Killy sieht das dann doch etwas anders aus. Mal eben kurz in den Stall fahren ist nicht machbar. Zum einen rechnet sich das nicht und zum anderen verbringe ich viel zu gerne Zeit im Stall. Hier werden also mindestens drei Stunden eingeplant. Zu Killy fahre ich unter der Woche meist nach der Uni / der Arbeit und nehme Wicca häufig mit. Mein Pferd sieht mich also eher in den Abendstunden, was wiederum ein super Ausgleich und ein schöner Tagesabschluss ist. Unter der Woche beschränkt sich das leider nur auf ein bis zwei, maximal drei Tage – je nachdem wie anstrengend der jeweilige Tag ohnehin schon war. Völlig ausgelaugt und entnervt fahre ich nämlich gar nicht erst in den Stall, davon haben wir alle nämlich nichts, als noch mehr schlechte Laune.
Da wir aber einen festgelegten Tag für die Reitstunde haben, besteht zumindest in diesem Punkt eine Regelmäßigkeit. Am Wochenende ist es dann meist spontane Sache, ob ich in den Stall fahre oder nicht. Hier entscheide ich mich aber meistens eher dafür, um die Zeit auch richtig schön ausnutzen zu können.

Gleichzeitig nutze ich die Wochenenden aber auch, um meinen Haushalt zu machen (macht sich leider doch nicht von allein), eventuell für die Uni paar Dinge zu erledigen und natürlich um mit Freunden was zu machen. Habe ich für mich jedoch beschlossen, einfach mal nichts tun zu wollen, dann tu ich genau das: nichts.

In den Sommermonaten kommt zudem noch das Drachenboottraining, bzw. die Regatten hinzu. Training und Regatten liegen meist auf den Wochenenden und wirken sich somit nicht all zu sehr auf meine Planungen aus. Mit Wicca bin ich, was Hundeschule angeht nun erst einmal fertig und werde mit ihr nach Abschluss unseres Agility-Kurses über den Winter pausieren. Im Frühjahr melde ich uns dann wieder bei einigen spannenden Dingen an, da freue ich mich jetzt schon drauf.

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Ihr seht also, es ist alles irgendwie durchgeplant und doch lasse ich mir Freiräume, um mich nicht zu überlasten. Gerade was Killy angeht, ist es eben kein Weltuntergang, wenn ich mal nicht zu ihr fahre. Dafür stehen wir in Vollpension, damit ich ruhigen Gewissens sagen kann „ne, heute mal nicht“. Das einzige, was merklich darunter leidet, wenn ich nicht hinfahre, ist unser Trainingsstand.

Zudem haben wir seit August auch eine Reitbeteiligung, die einmal wöchentlich kommt und mit Killy ebenfalls am Unterricht teilnimmt. Das Pony läuft also zwei mal die Woche im Training und zusätzlich wird sie mindestens ein weiteres mal von mir geritten. Natürlich gibt es Pferde, denen das viel zu wenig ist. Klar, aber Killy gehört nicht zu diesen Pferden, die man täglich auslasten muss. Die freut sich auch, wenn sie den ganzen Tag in ihrer Herde verbringen kann. Das ist das kleine Privileg, wenn man kein übermotiviertes Sportpferd hat.

Wie ich „das alles“ also schaffe? Mit einer gesunden Mischung aus Planung und Bauchgefühl, denke ich. Ich möchte für mich niemals sagen müssen „oh ich muss das und das heute noch schaffen und erledigen“. Nein, muss ich nämlich nicht – aber ich kann.

 

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..fast 3 Monate später..

..lebt Samira irgendwie immer noch..

Sicher ist euch ebenfalls aufgefallen, dass hier nicht viel los war in den letzten paar Monaten. Um nicht zu sagen, nichts. Grund hierfür war schlichtweg ein Mangel an vorhandenem Internet und einfach zu wenig Zeit. Ich bin nämlich umgezogen. Wieso, weshalb und warum erzähle ich euch ganz entspannt in einem gesonderten Beitrag. Wir wollen ja nicht gleich wieder alles durcheinander werfen. Jetzt, wo so viel Ordnung existiert.

Fakt ist aber leider, dass es mindestens 10 ungeschriebene und unveröffentlichte Beiträge gibt, zu denen ich aber unbedingt noch meinen Senf abgeben möchte. Zu meinem Nachteil dreht sich die Erde währenddessen noch weiter und nun bin ich förmlich gezwungen, eine Liste zu führen, damit ich keinen Beitrag vergesse. In den kommenden Tagen oder Wochen arbeite ich also Stück für Stück die Informationen für euch auf und versuche nebenbei den aktuellen Kram auch irgendwie unter zu bringen.

Also keine Sorge, es geht hier wieder weiter. Da ich aktuell aber auch meine Bachelorarbeit schreibe (oder schreiben sollte), kann ich nicht für Regelmäßigkeit garantieren.

Liebste Shiva

ich hoff‘ du bist angekommen.

Mehr als eine Woche ist es nun her, dass wir dich haben gehen lassen. Gemeinsam schickten wir, Mama und ich, dich unter Tränen über den Regenbogen. Dieser Gang zum Tierarzt war das, wovor ich am meisten Angst hatte. Schon seit Jahren weinte ich allein bei dem Gedanken dich eines Tages zu verlieren. So ist der Lauf des Lebens, sagte man mir immer wieder. Ein grausamer Lauf des Lebens, wenn man mich fragt.

Du warst ein Sonnenschein und zaubertest mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Du warst mein Ruhepool und hast es mir nie krumm genommen, wenn ich all meinen Frust an dir ausgelassen habe. In Momenten der Trauer und auch der Wut warst du da, warst einfühlsam und hast einfach zugehört. Nagut, eine große Wahl hattest du auch nie. Dennoch legtest du immer deinen Kopf auf meinen Schoß und warst eben einfach da. Du warst.

Weißt du noch, als du zu uns kamst und fröhlich vor dich her gebrummt hast? Da hatte ich Angst vor dir. Ich, mit meinen grade mal 8 Jahren, kannte brummen immer nur als Drohung von Hunden. Du hast aber nie gedroht, du hast erzählt. In all den Jahren hab ich nie miterlebt, dass du einem Menschen gegenüber gedroht hättest. Du hast alles mit dir machen lassen, warst immer freundlich zu jedem. Für einen Hund aus der Tötung ein wahrlich erstaunliches Verhalten.

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Du bist mein Herzenshund und das wirst du wohl auch für immer bleiben. Du hast so viel miterlebt, uns so viele schöne Erinnerungen geschenkt und letztlich einfach mal mehr als die Hälfte meines Lebens an unserer Seite verbracht.
Die Trauer, die sich wie ein Schatten nun an meiner Seite befindet ist nicht in Worte zu fassen. Ich dachte ja, Fannys Tod wäre unerträglich gewesen, aber das war einfach nichts im Vergleich zu dem, was ich nun durchlebe.
Es ist, als wäre ein Teil von mir mit dir verloren gegangen und als würde ich verzweifelnd versuchen diesen Teil wieder zu finden. Wo ich auch bin, du fehlst einfach.

Wicca gibt sich beim Trösten die größte Mühe und weicht mir nicht von der Seite, sobald die Tränen kullern. Sie hat sogar angefangen zu grummeln, aber das macht sie bei weitem nicht so wie du. Wer weiß, vielleicht kann sie mir eines Tages so über den Verlust hinweg helfen, wie Killy es bei Fanny tut.

Was ich sagen wollteist, dass ich dich vermisse. Jeder, der dich kannte wird das tun. Du hast ein riesiges Loch in den Herzen derer hinterlassen, die dich geliebt haben.
Ich liebe Dich.
Flieg, du wundersames Geschöpf und ruhe in Frieden.

05.07.2017 – R.i.P.

Ahzumjot und die Trailerpark-Bar

Samira, 20, hat eventuell ein Alkoholproblem…

…würden jedenfalls einige behaupten, wenn sie hören, dass ich schon wieder eine Nacht in Berlin verbracht habe. Wie kann ich nur, mit 20 sollte man lieber zuhause sitzen und seine Katzen füttern oder so. Für die Uni lernen täte es auch. Wer weiß, vielleicht habe ich im Masterstudium ja eine andere Lerneinstellung? (wohl kaum)

Zurück zum Thema. Ja, ich war wieder in Berlin unterwegs, aus einem wichtigen Grund: Ahzumjot hatte vorher angekündigt das St. Georg in Kreuzberg zu zerlegen. Wer mich hier schon länger verfolgt, hat schon mitbekommen, dass ich ein kleines Kind des deutschen HipHops bin. Angefangen hat das alles im Jahre 2011, erinnert ihr euch? Vor sechs Jahren gab es den ganzen Hype um Casper, K.I.Z, Prinz Pi, Kraftklub usw. noch nicht. Jedenfalls nicht im heutigen Ausmaß. Zur Erinnerung: im März 2012 spielte Casper noch in der Columbia Halle, mit K.I.Z als Vorband. Glaubt ihr mir nicht? Sucht Videos auf YouTube dazu, ihr werdet fündig, versprochen. Wie dem auch sei, durch Casper fing alles an. Wegen Casper wollten Caro und ich 2013 unbedingt auf’s splash! Festival fahren und ich bin dort irgendwie hängen geblieben. Wie kam ich aber zu Ahzumjot? Ganz einfach. Ich habe auf dem splash einen Pullover gesehen, der mir optisch richtig gut gefallen hat und es stellte sich heraus, dass dieser von Ahzumjot ist. Also von seinem Merch. (am gleichen Tag kaufte ich übrigens meinen Kraftklub Pullover. Upsi)
Ich habe mich also über das Merch mit Ahzumjot auseinander gesetzt und seitdem verfolge ich ihn und versorge mich stets mit seinen neuen Tracks. So geht das einfach. Zugegeben, ich bin hier und da ein kleines Fangirl, insbesondere wenn es um Musiker geht, deren Musik mein Leben schon so lange begleitet.

Soweit, so gut. Ich war also wegen Ahzumjot in Berlin und hatte unglaublich gute Laune, weil ich mich sehr auf den Abend gefreut hatte. Ehrlich gesagt, war ich auch super aufgeregt, denn ich hatte eine Vermutung von der ich wissen wollte, ob sie stimmt. Es klingt jetzt vermutlich doof, aber tatsächlich überlegte ich den ganzen Tag, ob es nicht möglich wäre, dass Casper auf die Bühne kommt. In Anbetracht der Zeit, die ich beide bereits verfolge, ist auch bei mir angekommen, dass die beiden sich kennen und gut verstehen. Als dann das Album von Ahzumjot kam, wo Casper auf einem Song auftauchte, dachte ich nur „wow krass“ – wir alle wissen, vor welchem Publikum Casper mittlerweile spielt. Da ist eine ausverkaufte Wuhlheide keine Überraschung. Spreche ich hingegen von Ahzumjot, werde ich oft gefragt wer das ist. Ehrlich gesagt, finde ich das richtig schade und absolut unverdient. Zurück zu meinen Überlegungen (die gingen nämlich noch weiter), mir kam in den Sinn, dass Berlin das Tourfinale war. Immer ein besonderer Auftritt, zumindest lassen die Künstler das gerne so aussehen. Also dachte ich „okay, irgendwas krasses wird er machen. Irgendwas packt er aus, womit niemand rechnet“. Tja und dann fiel mir auf, dass Casper in Berlin wohnt und immer wieder betont, wie sehr er die kleinen Shows feiert. Setzt man nun alle Teile zusammen, ist es eigentlich nur logisch, dass er da war. Die beiden kennen sich seit Jahren, haben einen gemeinsamen Song vom neuen Album, es ist Tourfinale, Spielort Berlin in einer kleinen Location. Noch Fragen?

Mir wollte das niemand so recht glauben. Nina stimmte mir zwar in der Hinsicht zu, dass es durchaus Sinn machen würde, hielt aber entgegen, dass ich mir keine zu großen Hoffnungen machen sollte, schließlich war ja Ostern. Nochmal mein Gegenargument an Nina: Ostern ist erst Sonntag / Montag 😛
Paul guckte mich auch eher skeptisch an und war auch geteilter Meinung. Es schien auch irgendwie zu offensichtlich und irgendwo auch zu krass. Wir reden hier von Casper.

Das Konzert fand in einer sehr gemütlichen Location statt. Wie viele wir waren? Fragt mich nicht, aber sicher nicht mehr als 100 Menschen. Also wirklich klein das Ganze, was ich immer sehr begrüße. Mir machen die kleinen Konzerte immer am meisten Freude, weil alles wesentlich entspannter abläuft. Ahzumjot und Chima Ede verbreiteten gute Stimmung, der Bass zerlegte gefühlt die Mauern und bei uns war gute Laune ohne Ende angesagt. Das Konzert endete, die Zusage fing an. Niemand rechnete jetzt noch mit Casper. Der versteckte sich nämlich im Backstage. Limbo fehlte aber nach wie vor. Als der Song dann angespielt wurde, drückte ich Paul nur noch mein Handy in die Hand und bat ihn für mich zu filmen, damit ich tanzen gehen konnte. Das tat er auch und dann sprang Casper pünktlich zu seinem Part auf die Bühne. Ich bin vor Freude mehr als nur eskaliert. Es war für mich so wunderschön, diesen Menschen noch einmal vor so kleinem Publikum live erleben zu können. Mein twitter explodierte und gefühlt jeder meiner WhatsApp Kontakte musste sich unter die Nase reiben lassen, dass Casper da war. Ich will halt nichts sagen, aber ich habe es geahnt und ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, Paul mein Handy in die Hand gedrückt zu haben.

Nach dem Konzert, welches dann schnell vorbei war, ging es für uns in altbekannter Manier Burger essen und dann auf einen Absacker in die Trailerpark Bar. Es ist irgendwie ein witziges Gefühl, wenn der Barkeeper dein Gesicht bereits kennt und genau weiß, dass du den Rapetrain auch wirklich mit Gin haben möchtest. Steht so aber leider nicht auf der Karte, das müssen gewisse Herren mal ändern.

Viel mehr ist nicht passiert und so endete die Nacht in Berlin relativ früh, das war aber auch genug für mein armes kleines Herz. Noch mehr Überraschungen hätte ich wohl nicht gepackt, denn ich musste erstmal realisieren, was da eigentlich passiert ist. Tatsächlich fühlt es sich im Nachhinein immer noch an wie ein Traum, aber es gibt ja zum Glück das Video vom Auftritt, dank Paul.

Kilkenny bringt mir noch das Reiten bei

Halt. Haben nicht eigentlich nur diejenigen eigene Pferde, die reiten können?

Wer reiten kann und wer nicht, lässt sich pauschal gar nicht so einfach beantworten, wenn ich mal so anfangen darf. Tatsächlich geht das Verständnis über den Begriff des Könnens sehr weit auseinander. Da gibt es Menschen, die sagen nur diejenigen können reiten, die auch erfolgreich auf Turnieren sind, während andere Menschen sich als die größten Talente ansehen, wo sie doch geradeso in der Lage sind sich oben zu halten. Wer reiten kann und wer nicht wage ich nicht zu beurteilen. Ich bewundere diejenigen, die ohne alles mit ihren Pferden ins Gelände gehen, dort in allen Gangarten unterwegs sind und heile wieder kommen und gleichermaßen ziehe ich meinen Hut vor denjenigen, die in jeder Turniersaison siegreich unterwegs sind. Dazwischen liegen allerdings Welten.

Die Antwort auf die Frage ob jemand reiten kann, ist immer ein Stück weit eigene Meinung. Wenn ich finde, jemand hat einen seltsamen Sitz oder sieht einfach in der Bewegung komplett unstimmig zu seinem Pferd aus, frage ich mich oft, wie derjenige mich beurteilen würde. Insbesondere im Freizeitreiter-Bereich, wo ich ja ganz eindeutig hingehöre, finde ich es schwer darüber zu entscheiden ob jemand reiten kann oder nicht. Letztendlich vertrete ich die Auffassung, dass wir alle zur Freude reiten und wer nicht auf Turniere gehen will, muss ja nun auch nicht die höchsten Lektionen beherrschen. Viele Freizeitreiter, mit denen ich so zu tun habe, nehmen aber dennoch regelmäßige Reitstunden (ich im Übrigen jetzt auch nach langer Zeit endlich wieder).

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Was Reitstunden angeht, kann ich natürlich (wie so oft) nur für mich sprechen und möchte das auch gar nicht verallgemeinern. Ich für meinen Teil nehme jedenfalls Reitstunden, eben weil ich mich steigern will und langfristig auch nicht durch mein Reiten irgendwas in Kilkenny kaputt machen möchte. Wir wissen denke ich alle, dass viele Krankheiten gerne auch durch falsches Reiten entstehen. Krankheiten beginnen für mich übrigens schon bei Verspannungen im Rücken, deren Ursache gerne mal im Reiter liegt. Andererseits könnte ich aber auch sagen, mir reicht das was ich habe. Schließlich kann ich mit Killy in allen Gangarten durchs Gelände ziehen und die Geschichte mit Lenkung und Bremse funktioniert auch. Aus oben genannten Gründen will ich es aber nicht allein dabei belassen.

Auch ich träume hier und da vom großen Olympia-Sieg. Dass sich dieser Traum in diesem Leben allerdings nicht mehr erfüllen wird, muss ich vermutlich nicht sagen. Dennoch habe ich ein paar kleine Ziele, die ich ohne Reitstunden nicht im Ansatz realisieren könnte. So würde ich beispielsweise total gerne auf Turnier fahren, um auch mal zu erleben, wie sich so eine Turniersituation eigentlich anfühlt. Auch würde ich gerne auf Lehrgänge fahren, um das ein oder andere Reitabzeichen zu machen oder auch einfach zum Training. Ebenfalls auf meiner to-do-Liste steht, meine Angst vor dem Springen zu überwinden. All das sind allerdings alles Sachen, die ich mit meinem aktuellen Ausbildungsstand nicht in Angriff nehmen brauche, wenn ich nicht total demotiviert wieder nach Hause gehen will.

Deshalb habe ich mich nun endlich mit meiner Reitlehrerin unterhalten und nun nehmen wir das Großprojekt „Killy und Miri“ in Angriff. Jeden Mittwoch habe ich somit Reitunterricht und bereits jetzt kann ich verkünden, dass ich schon so einiges daraus mitnehmen konnte (wenigstens mental). Tatsächlich bin ich auch nach jeder Stunde ziemlich geschafft, denn reiten ist eben doch nicht einfach nur auf einem Pferd sitzen.

 

 

Besuch vom Pferdezahnarzt

Oder nennt man ihn doch Dentist?

Wie auch immer man ihn (oder sie) nun nennen mag, wir hatten Besuch von einem Pferdezahnarzt und Killy ging es an die Zähne.
Natürlich nicht, um irgendwelche Sachen abzuklären oder so. Eigentlich wollte ich nur, dass sie weiterhin ein strahlend weißes Lächeln hat. Deshalb putze ich ihr auch täglich die Zähne. Versteht sich von selbst.

 

Nun aber mal Spaß bei Seite, als ob ich Killy die Zähne putzen würde. Dazu müsste mir die eine oder andere Gehirnzelle fehlen. Selbstverständlich war der Zahnarzt da, um zu sehen was bei ihr im Maul so los ist. Bei uns im Stall gab es einen Aushang, wer Interesse hat und da habe ich mich einfach mal angeschlossen. Eine absolute Premiere für mich, wie Killy das ganze sieht, kann ich nicht sagen. Der Besuch vom Pferdezahnarzt ist für mich eine der spannendsten Sachen, in Bezug auf Pferde und ich muss ehrlich gestehen, ich hatte wahnsinnige Angst vor einer schlechten Diagnose oder Ähnlichem. Zu sowas sollte es aber glücklicher Weise nicht kommen.

Damit der Zahnarzt auch in Ruhe arbeiten konnte, wurde Killy zunächst sediert. Für mich ein unglaublich schrecklicher Augenblick, denn das letzte Pferd, welches vor meinen Augen eingeschlafen ist und so unzurechnungsfähig wurde war Fanny, als wir sie erlöst haben. Tatsächlich war ich in dem Augenblick den Tränen unfassbar nahe, hauptsächlich vor Angst, dass Killy nicht wieder zu sich kommen würde. Andererseits hatte ich im Hinterkopf, dass der Zahnarzt sicher weiß, welche Dosis er benötigt und sie nicht das erste Pferd ist, welches von ihm behandelt wurde. Da ich zudem auch mithelfen musste/durfte/konnte, hatte ich gar nicht die Gelegenheit mir großartig Gedanken zu machen. Ich war ziemlich damit beschäftigt, den Kopf hochzuhalten (haben alle Pferde so einen wahnsinnig schweren Kopf?).

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Was ich total spannend fand war, dass ich auch mal meine Hand in Killy ihr Maul stecken durfte um die Zähne zu fühlen. Im Grunde ist mein gesamter Unterarm in ihrem Maul verschwunden, was im ersten Moment furchtbar erschreckend war, im zweiten aber auch irgendwie witzig. Man kommt schließlich nicht jeden Tag zu so einem Erlebnis. Wer also die Möglichkeit hat, solch einem Termin beiwohnen zu können, sollte dies unbedingt mal gemacht haben.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Was war denn nun in Killys Mund los? Tatsächlich (ein Glück) nicht viel. Ihre Schneidezähne waren etwas lang und an den Backenzähnen hatten sich ein paar scharfe Kanten sowie auf jeder Seite eine Art Stufe gebildet. Nichts, was der Zahnarzt nicht richten konnte oder ihm arg zu denken gab. Außerdem hatte Killy noch ihre Wolfszähne drin. Richtig gelesen, hatte. Die wurden kurzerhand entfernt und liegen nun bei mir zu Hause. Was ich damit anfange weiß ich noch nicht. Die Idee ist aktuell einen der Zähne in ein Armband arbeiten zu lassen. Quasi als Erinnerung. Ist zum einen aber ziemlich kostspielig und zum anderen bin ich nicht sicher, ob die Zähne nicht doch zu klein dafür sind. Letztendlich werde ich das wohl spontan entscheiden. Fannys Schweifhaare liegen hier ja auch noch rum, bereit zu einem Armband verarbeitet zu werden. Allerdings liegen die auch seit ihrem Tod schon in einer Kiste und ich war bisher noch nicht in der Lage, diese Kiste zu öffnen. Ihr merkt, Fanny macht mir noch immer sehr zu schaffen, auch wenn Killy die beste Nachfolgerin ist, die ich mir jemals hätte wünschen können.

Ich schweife wieder ab. Was ich eigentlich noch hinzufügen wollte ist, dass Killy den Zahnarzt super überstanden hat und keine Probleme aufgetreten sind. Sie kam relativ schnell wieder zu sich und hatte auch keinerlei Kreislaufprobleme. Jedenfalls hat sie diese nicht gezeigt, denn ihre erste Reaktion auf der Koppel war es, zu ihrer Herde zu galoppieren, nachdem ich mich verabschiedet hatte (so lange wartet sie immer). Davon, dass sie noch zwei Stunden zuvor total benommen war, war nichts zu spüren. Umso besser, ich habe es wirklich lieber so, als irgendwie anders. Ein so gesundes Pferd zu haben ist für viele sicher die reinste Selbstverständlichkeit, mir hingegen bedeutet das unglaublich viel.

Prinzipiell rechne ich irgendwie immer mit dem Schlimmsten und kann mein Glück dann immer gar nicht fassen, wenn doch alles im grünen Bereich ist.

Pferdephysiotherapie 2.0

Ziemlich genau zwei Monate sind vergangen, seitdem Yve von Equi-Delta uns zum ersten Mal besucht hat. Was genau sie da so an Kilkenny gefunden hat und wie ich überhaupt zu ihr kam, könnt ihr gerne hier nachlesen.
Nun ging es also darum bestehende Baustellen auf Fort- oder auch Rückschritte zu kontrollieren und gegebenenfalls auch neue Ansätze zu finden – kurz gesagt: Nachbehandlung.

Wie auch bei unserem ersten Termin fingen wir mit einem Gespräch an, was sich allerdings sehr kurz hielt, da es einfach keine neuen Auffälligkeiten gibt die ich ihr hätte berichten können. So wurde Killy recht schnell geholt und wieder erfolgte als erstes eine Ganganalyse. Im Großen und Ganzen war Killy etwas lockerer als beim letzten Mal, jedoch sind die Hufe nach wie vor eine massive Baustelle. Hier haben wir jedoch nicht viele Möglichkeiten offen, da Eisen aufgrund ihrer Hufstruktur keine Option sind. Was wir genau unternehmen, werde ich in Absprache mit meinem Hufschmied entscheiden, jedoch rechne ich fast damit, dass wir Hufschuhe ausprobieren werden. Ein Thema, wozu es wohl bald einen gesonderten Beitrag geben wird. Auch wenn dies für mich im ersten Augenblick natürlich richtig blöd ist, weil es mit unglaublich viel Aufwand verbunden ist, bin ich froh, dass wir so „früh“ an dem Problem ansetzen können bevor sich doch nachhaltige Schäden entwickeln. Tatsächlich ist es nämlich so, dass wir noch alles rumreißen können.

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Zu meiner großen Freude war der gesamte Rückenbereich wie bei unserem ersten Termin ohne Befund. Hier ist also alles super und ich reite (bis hierhin) keine Verspannungen etc. rein, was mich echt glücklich macht. Zudem haben wir (irgendwie) den Lendenbereich wieder gelöst bekommen. Zwar noch nicht vollständig, aber dort ist sie wenigstens nicht mehr „taub“ und dieser Fortschritt zeigt mir, dass ich wohl doch nicht alles falsch mache.

Nach wie vor ist sie im Hals und in der Schulter doch relativ fest, woran wir weiter arbeiten werden, allerdings hängt das auch ziemlich mit den Hufen zusammen. Trotz dessen sind wir mit den heutigen Befunden wesentlich zufriedener, da eine Besserung direkt sichtbar war.

Auch hat Killy sich heute wesentlich besser benommen und weniger „gepanzert“ als beim letzten Termin. Zwar passte ihr nicht alles, aber das kompensierte sie eher durch Unsinn machen, als durch weggehen oder umschubsen. Dafür hatte sie halt kurz meine Jacke im Maul (was hab ich da auch Leckereien drin?). Generell konnten wir uns jedoch prächtig über ihre Einfälle amüsieren, auch wenn sie teilweise wirklich frech war. Aber lieber so, als dass sie ihre Kraft gegen uns einsetzt.

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Alles in Allem waren wir durchaus zufrieden mit Killy. Auch wenn sie ein eher befundloses Pferd ist, wird Yve uns auch zukünftig weiter in regelmäßigen Abständen besuchen. Das ist mir wichtig, um jede eventuelle Kleinigkeit bereits im Keim entdecken zu können und so auch eine regelmäßige Kontrolle darüber zu haben, was unter dem Fell so los ist. Fanny hat mich eben doch einiges gelehrt.

All denen, die in Yve ihrem Einzugsgebiet liegen, kann ich sie wirklich nur wärmstens empfehlen. Ich fühle mich unfassbar gut aufgehoben und kann dank der schriftlichen Befunde auch längerfristig genau nachvollziehen, was wir wann besprochen haben. So habe ich eine Übersicht, ohne mir selbst Mitschriften machen zu müssen. Zudem hat sie mir einige Kontrollpunkte gezeigt an denen ich überprüfen kann, ob im Rücken alles soweit in Ordnung ist. Dazu hat sie mir auch eine Anleitung mitgegeben, sodass ich da im Grunde nichts falsch machen kann.

Morgen kommt dann der Pferde-Zahnarzt zu Besuch und in Kürze auch der Schmied. Über beide Termine (und die weiteren mit Yve) halte ich euch hier natürlich auf dem Laufenden.