Besuch vom Pferdezahnarzt

Oder nennt man ihn doch Dentist?

Wie auch immer man ihn (oder sie) nun nennen mag, wir hatten Besuch von einem Pferdezahnarzt und Killy ging es an die Zähne.
Natürlich nicht, um irgendwelche Sachen abzuklären oder so. Eigentlich wollte ich nur, dass sie weiterhin ein strahlend weißes Lächeln hat. Deshalb putze ich ihr auch täglich die Zähne. Versteht sich von selbst.

 

Nun aber mal Spaß bei Seite, als ob ich Killy die Zähne putzen würde. Dazu müsste mir die eine oder andere Gehirnzelle fehlen. Selbstverständlich war der Zahnarzt da, um zu sehen was bei ihr im Maul so los ist. Bei uns im Stall gab es einen Aushang, wer Interesse hat und da habe ich mich einfach mal angeschlossen. Eine absolute Premiere für mich, wie Killy das ganze sieht, kann ich nicht sagen. Der Besuch vom Pferdezahnarzt ist für mich eine der spannendsten Sachen, in Bezug auf Pferde und ich muss ehrlich gestehen, ich hatte wahnsinnige Angst vor einer schlechten Diagnose oder Ähnlichem. Zu sowas sollte es aber glücklicher Weise nicht kommen.

Damit der Zahnarzt auch in Ruhe arbeiten konnte, wurde Killy zunächst sediert. Für mich ein unglaublich schrecklicher Augenblick, denn das letzte Pferd, welches vor meinen Augen eingeschlafen ist und so unzurechnungsfähig wurde war Fanny, als wir sie erlöst haben. Tatsächlich war ich in dem Augenblick den Tränen unfassbar nahe, hauptsächlich vor Angst, dass Killy nicht wieder zu sich kommen würde. Andererseits hatte ich im Hinterkopf, dass der Zahnarzt sicher weiß, welche Dosis er benötigt und sie nicht das erste Pferd ist, welches von ihm behandelt wurde. Da ich zudem auch mithelfen musste/durfte/konnte, hatte ich gar nicht die Gelegenheit mir großartig Gedanken zu machen. Ich war ziemlich damit beschäftigt, den Kopf hochzuhalten (haben alle Pferde so einen wahnsinnig schweren Kopf?).

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Was ich total spannend fand war, dass ich auch mal meine Hand in Killy ihr Maul stecken durfte um die Zähne zu fühlen. Im Grunde ist mein gesamter Unterarm in ihrem Maul verschwunden, was im ersten Moment furchtbar erschreckend war, im zweiten aber auch irgendwie witzig. Man kommt schließlich nicht jeden Tag zu so einem Erlebnis. Wer also die Möglichkeit hat, solch einem Termin beiwohnen zu können, sollte dies unbedingt mal gemacht haben.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Was war denn nun in Killys Mund los? Tatsächlich (ein Glück) nicht viel. Ihre Schneidezähne waren etwas lang und an den Backenzähnen hatten sich ein paar scharfe Kanten sowie auf jeder Seite eine Art Stufe gebildet. Nichts, was der Zahnarzt nicht richten konnte oder ihm arg zu denken gab. Außerdem hatte Killy noch ihre Wolfszähne drin. Richtig gelesen, hatte. Die wurden kurzerhand entfernt und liegen nun bei mir zu Hause. Was ich damit anfange weiß ich noch nicht. Die Idee ist aktuell einen der Zähne in ein Armband arbeiten zu lassen. Quasi als Erinnerung. Ist zum einen aber ziemlich kostspielig und zum anderen bin ich nicht sicher, ob die Zähne nicht doch zu klein dafür sind. Letztendlich werde ich das wohl spontan entscheiden. Fannys Schweifhaare liegen hier ja auch noch rum, bereit zu einem Armband verarbeitet zu werden. Allerdings liegen die auch seit ihrem Tod schon in einer Kiste und ich war bisher noch nicht in der Lage, diese Kiste zu öffnen. Ihr merkt, Fanny macht mir noch immer sehr zu schaffen, auch wenn Killy die beste Nachfolgerin ist, die ich mir jemals hätte wünschen können.

Ich schweife wieder ab. Was ich eigentlich noch hinzufügen wollte ist, dass Killy den Zahnarzt super überstanden hat und keine Probleme aufgetreten sind. Sie kam relativ schnell wieder zu sich und hatte auch keinerlei Kreislaufprobleme. Jedenfalls hat sie diese nicht gezeigt, denn ihre erste Reaktion auf der Koppel war es, zu ihrer Herde zu galoppieren, nachdem ich mich verabschiedet hatte (so lange wartet sie immer). Davon, dass sie noch zwei Stunden zuvor total benommen war, war nichts zu spüren. Umso besser, ich habe es wirklich lieber so, als irgendwie anders. Ein so gesundes Pferd zu haben ist für viele sicher die reinste Selbstverständlichkeit, mir hingegen bedeutet das unglaublich viel.

Prinzipiell rechne ich irgendwie immer mit dem Schlimmsten und kann mein Glück dann immer gar nicht fassen, wenn doch alles im grünen Bereich ist.

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