Neue Schuhe für Kilkenny

Es ist wie bei allem: beim Thema Hufpflege gehen die Meinungen auseinander. Sicher gibt es für alle Arten dieses Thema anzugehen gute Argumente, jedoch sind mir einige einfach unbegreiflich. Seitdem Killy bei mir ist, sieht sie regelmäßig einen Hufschmied. Das hängt einfach mit meiner Überzeugung zusammen, dass die Gesundheit eines Pferdes stark an den Hufen hängt.
Auf der Ponyranch kam der Schmied nach Bedarf, was auch absolut in Ordnung ist, da die Pferde dort auf dem Trail ca. 30km am Tag laufen (nachgewiesen durch einen Tracker). Somit laufen sie ihre Hufe regelmäßig ab und man kommt dem Alltag eines Pferdes in freier Wildbahn nahe, was ein großgeschriebenes Ziel der Ponyranch ist.
Allerdings habe ich auch schon woanders erlebt, dass die Pferde prinzipiell Eisen tragen (egal ob sie diese brauchen oder nicht) und wenn diese mal abfallen, wird am besten noch Wochen gewartet, bis sie mal erneuert werden, schließlich soll der Schmied doch nicht öfter kommen als alle 8 Wochen. Dass dadurch Fehlstellungen entstehen scheint absolut egal zu sein, Hauptsache der Schmied kommt bloß nicht zu oft – wäre ja zu teuer.

Als ich das erste Mal den Schmied für Killy da hatte, war ich im Nachhinein wirklich frustriert. Sie hatte wirklich oft versucht nach ihm zu treten und das ist ein Verhalten, das ich so nicht von Killy kenne. Zudem wusste ich im Anschluss überhaupt nicht, was nun mit ihren Hufen ist oder ob ich was verändern muss. Da aber auch Fanny bei diesem Schmied ihren Unmut ausgedrückt hatte, jedoch bei anderen Schmieden lammfromm war, habe ich viel mit dem Gedanken gespielt den Schmied zu wechseln. Einfach, um zu sehen, ob Killy generell etwas gegen Schmiede hat oder ob das doch eine persönliche Geschichte ist. Pferde sind nunmal sehr sensibel und reagieren auf verschiedene Menschen unterschiedlich. Hier kann man jetzt auch mit Gehorsamkeitsproblemen gegen argumentieren, jedoch ist es arg bedenklich, wenn ein Pferd welches sich problemlos dehnen lässt und die Hufe gibt, plötzlich nach einem Menschen tritt, nur weil dieser den Huf bearbeiten will.

Der andere Schmied in unserer Region ist allerdings restlos ausgebucht und viele andere sind mir schlicht und ergreifend zu teuer.
In dieser Hinsicht war es für mich wieder ein absoluter Glückstreffer, dass Tina zu uns in den Stall kam. Sie hat nämlich ein Schmied-Duo an der Hand, welches preislich genauso liegt, wie „meiner“ und sehr vielversprechend klang.
Nach kurzem überlegen habe ich mich also dazu entschieden, Killy bei diesem Duo ebenfalls vorzustellen.

Gestern war es dann soweit. Ich hatte schon riesigen Bammel, dass Killy wieder zutritt. Sowas kann zum einen richtig übel enden und zum anderen kann ich es einem Schmied auch nicht verübeln, wenn er dann mal sagt „ne, dieses Pferd mache ich nicht mehr.“
Zu meiner positiven Überraschung hat Killy nicht einmal ein Anzeichen zum Treten gezeigt. Sie war lediglich (wie so oft) sehr ungeduldig. Durch die Ruhe des Schmiedes der uns (bzw. sie) behandelt hat, hat auch Killy sich immer wieder beruhigt und letztendlich stand sie zwischendurch auch entspannt und ruhig. Zudem wurde mir an jedem Huf ganz genau erklärt, wie die Hufstruktur ist. Da Killy hinten eine leichte Fehlstellung hat, wurden die Hufe hier so gestellt, dass die Stellung nicht verschlimmert wird. Zudem hat Killy eine sehr dünne Hufwand, wodurch ich nun mit Keralit unterstützend nachhelfen werde, damit die Hufe nicht so schnell ausbrechen oder reißen. Weiterhin hat sie eine super flache Sohle, weshalb der Schmied generell nicht viel wegschneiden kann, was allerdings auch dazu führt, dass Killy unter Umständen fühlig läuft. Ansonsten hat sie super Hufe, keine Mauke, keine Raspe, keinen Hufspalt und auch keine Strahlfäule. Sie kann also ohne große Probleme weiter Barhuf laufen, ich weiß nun, wie ich sie unterstützen kann und gleichzeitig wurde intensiv nach den typischen Tinkerkrankheiten geschaut. Insbesondere die Sorge um die Mauke oder Raspe haben mich beeindruckt, da dies für mich normalerweise in den Aufgabenbereich der Tierärzte fällt.
Gleichzeitig konnte Killy mit ihrem Charme beeindrucken und wurde durchweg als hübsch und süß betitelt. Ihr Fell wurde auch gelobt, was mich natürlich tierisch freut. Ihr äußerliches Erscheinungsbild zeigt ein gesundes Pferd ohne Mängel, was mir zeigt, dass wir Pflegetechnisch alles richtig machen. Natürlich spielen hier auch Killys Gene eine große Rolle.

Alles in Allem bin ich glücklich den Schmiedwechsel riskiert zu haben. Ich möchte nicht sagen, dass der andere Schmied schlechter ist. Huftechnisch hatte ich nie Probleme mit ihm. Ich persönlich komme mit ihm einfach nicht auf die Ebene, die ich mir im Verhältnis zu einem Schmied wünsche. Letztendlich ist der Hufschmied immer auch eine Vertrauensperson, schließlich steht und fällt mit den Hufen eine ganze Menge.

 

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