Karten bestellt! #tp4l

„Samira, die Tour ist erst Ende 2017 und in Berlin spielen die doch eh erst 2018. Wieso kaufst du da jetzt schon Karten?“
Ja, wieso kaufe ich eigentlich jetzt schon die Karten für die tp4l-Tour von Trailerpark? Wieso kaufe ich mir überhaupt Karten dafür und warum hat mich das ab 18 Konzert nicht endgültig davon überzeugt, dass das eindeutig die falsche Band für mich ist?  Auf Twitter habe ich die Tickets direkt mal gepostet, schön Trailerpark verlinkt (was denk ich mir eigentlich dabei?) und dann ging es los. Basti (der Typ mit dem 2-Mützen-Style von Trailerpark) retweetete das Ding innerhalb weniger Sekunden (was macht er den ganzen Tag?), weitere drei Menschen taten es ihm gleich und irgendwie erreichte ich auf diesen doch recht sinnbefreiten Post 90 Likes – was in Anbetracht meiner Twitter-Reichweite (=Minusbereich) ein ziemlich verwunderliches Ereignis ist und garantiert nur an den verlinkten Leuten liegt, mach ich ab jetzt immer so. Gleichzeitig kamen diverse Fragen bei mir an. Neben den euphorischen Trailerpark-Fans, die sich mit mir gefreut haben, gab es Nachrichten wie „und was nützt dir die Karte nun, ein Jahr vorher? Kann man sowas nicht später kaufen? Freak.“. Okay, das lasse ich so stehen. Da kam mir tatsächlich die Frage in den Kopf, ob darüber nachgedacht wurde, dass zumindest das letzte Konzert in Berlin restlos ausverkauft war – und das war ab 18. Da muss ich doch, als logisch denkender Mensch, davon ausgehen, dass bei der „normalen“ Tour auch die minderjährigen Fans auf der Matte stehen werden. In der ersten Reihe, versteht sich. Kurz gesagt: es hat sich einfach angeboten ausgerechnet jetzt die Karten zu bestellen (ein Hoch auf bald ablaufende Gutscheine, die man beim Aufräumen findet). Zudem hole ich meine Karte für das Splash!-Festival auch jedes Jahr im September, obwohl es erst 10 Monate später stattfindet. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was verwerflich daran sein soll, sich Karten für ein Konzert zu sichern, wo man unbedingt hingehen möchte.
Die Frage danach, warum ich mich überhaupt für Trailerpark begeistern kann verstehe ich jedoch vollkommen. Es ist allseits bekannt (zumindest unter Leuten die sich hin und wieder mit deutschem Rap befassen), dass diese Band mitunter relativ sexistische und auch irgendwo frauenfeindliche Inhalte in ihren Liedern verpackt. Gleichermaßen ist der Begriff „frauenfeindlich“ sehr dehnbar. Während es Frauen gibt, die sich schon durch den Song „Pokémonkarten“ beleidigt fühlen, gibt es eben auch die Sorte Frauen, die über sämtliche Texte einfach wirklich lachen können und den Mist eben feiern. Weil es irgendwie lustig ist. Letztendlich kommt es gerade bei dieser Band viel auf Humor an, wie ich finde. Leider haben sie halt auch jedesmal ziemlich gute Beats dabei, zumindest Alligatoah kann singen und dann ist die Stimmung vor Ort auch noch klasse. Was Trailerpark angeht, gibt es vermutlich nur zwei einschlägige Richtungen: entweder man liebt es, oder man hasst es. Diese sonst sehr verbreitete Kombination aus „hm naja, ich find so ein paar Lieder gut, kenne den Rest aber halt auch nicht und habe ein Bandshirt“ habe ich tatsächlich noch nie angetroffen. Das kann jetzt auch daran liegen, dass ich der Band nicht auf allen Konzerten hinterher reise oder sie stalke. Sollte ich vielleicht mal beginnen, dann könnte ich vermutlich eine echt gute Fan-Analyse erstellen, auch wenn ich irgendwie Angst hätte, irgendwann von den Jungs verprügelt zu werden.
Nun aber mal zurück zu der Kernfrage: warum hat dieses ab18 Konzert mich nicht endlich abgeschreckt? Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Es sind ja doch ein paar heftige Dinge dort passiert, aber letztendlich habe ich mich danach schon auf das nächste dieser Art gefreut (welches es Gerüchten zufolge aber leider nie geben soll). Ich weiß auch nicht, ob es daran lag, dass ich das Spektakel im Innenraum nicht mitbekommen habe, zumindest nicht aus nächster Nähe. Das soll ja doch einige wirklich abgeschreckt haben, was da teilweise abging.

Fakt ist eins: Ich habe meine Karte für die Tour, werde dort gemeinsam mit Nina im Innenraum sein und vermutlich werde ich danach wieder zusehen, so schnell wie möglich auf das nächste Konzert zu kommen. Berlin hat nunmal den Vorteil, dass kaum eine Tour an dieser Stadt vorbei geht. Bis dahin werden wir (Nina und ich) uns vermutlich noch so einige Male in der Trailerpark Bar aufhalten, dabei wahrscheinlich jedes Mal aufs neue gefragt werden ob wir denn das erste Mal dort sind, ob wir mal unseren Ausweis zeigen können und ob dies unser erster Rapetrain ist (wir sind wohl doch zu selten dort). Sobald die Karten für die Tour allerdings ausverkauft sind und das Geschrei à la „Nein, wieso haben wir nicht eher bestellt?“ wieder groß ist, werde ich mich genüsslich zurücklehnen und mich über meine Karte, die ja viel zu früh und unnötig bestellt wurde, sehr doll freuen.

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