In kleinen Schritten

Kilkenny ist nun seit einer Woche bei mir und hat sich schon super eingelebt. Natürlich bedeutete der Umzug für sie eine enorme Umstellung, denn nun steht sie nicht mehr auf einem Paddocktrail in Offenstallhaltung, sondern kommt über die Nacht in eine Box. Sie hat ihre Herde somit „nur“ tagsüber zur Verfügung. Die Meinungen zum Thema Pferdehaltung sind gespalten, aber das ist ein gänzlich anderes Thema. Fakt ist, dass Kilkenny super mit dieser Umstellung zurecht kommt.
Die letzte Woche haben wir damit verbracht uns aneinander zu gewöhnen, was relativ gut funktioniert hat. Kilkenny hat in der vergangenen Woche schon einige weitere Umstellungen erlernen müssen, wie beispielsweise am Anbinder stehen und geputzt werden. Dass Killy vorher nicht wirklich angebunden wurde, hat sie sofort gezeigt, indem sie recht verwundert feststellte, dass sie nicht einfach weggehen kann da der Strick sich sonst strafft. Anfangs hatte ich hier Befürchtungen, dass sie sich losreißen würde oder Panik bekommt, durch ihr ruhiges Wesen hat sie jedoch keinerlei Anzeichen zur Panik gezeigt und ich glaube, allmählich hat sie verstanden was ich von ihr möchte. Zwar steht sie noch nicht ruhig am Anbinder, hier macht sie aber auch schon Fortschritte und da sie nunmal erst eine Woche da ist, sei ihr das auch verziehen. Kilkenny hat nun auch lernen müssen, dass ich oft an ihrem Kopf rumhantiere. Hierbei zeigt sie sich allerdings nicht wirklich begeistert und erschwert mir jeden Halfter-Wechsel, indem sie ihren Kopf hoch nimmt und versucht nach hinten auszuweichen, sie weiß eben ganz genau, dass ich klein bin. Widersprüchlich ist, dass sie sich ihr Halfter sonst sehr gut anlegen lässt. Nur hat sie wohl ein Problem damit, dass sie ein anderes für die Arbeit bekommt, aber auch daran wird sie sich wohl oder übel gewöhnen müssen.
Eine weitere Neuerung für Killy war diese Woche unsere Reithalle, die sie keineswegs gruselig findet, im Gegenteil: beim ersten Zeigen hat sie sich erstmal in den Hallenboden geworfen und sich ausgiebig gewälzt. Zu meinem Nachteil, denn da bei uns Wert darauf gelegt wird, so wenig Boden wie möglich aus der Halle mitzunehmen, durfte ich sie erstmal wieder sauber bürsten. Ein Hoch auf die Bürsten in der Halle, Danke an dieser Stelle für die Rettung.

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Nachdem Kilkenny also die Reithalle kennengelernt hat, habe ich entschieden, sie dort auch mal zu longieren. Leider hatte ich erst abends Zeit dazu, es war also draußen schon komplett dunkel. Hier erwies sich die Stallgasse zum Putzen als echter Vorteil. Um ehrlich zu sein, hatte ich Bedenken, ob wir lebend im dunklen zur Halle kommen. Kilkenny bewies jedoch eine absolute Ruhe und ließ sich von mir führen, als wäre es das natürlichste auf der Welt. Fanny hätte mir diese Situation sicher wesentlich schwerer gemacht. Auch dass Kilkenny komplett unproblematisch in die bis dato dunkle Halle reinging, hat mich einerseits erstaunt und andererseits sehr glücklich gemacht. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sich auf diverse Situationen mental vorbereitet und keine davon eintritt (Danke Fanny für diese Erfahrungswerte). Dennoch muss ich sagen, dass auch Kilkenny durchaus schon ihren Dickkopf zur Schau gebracht hat. Sobald eine Richtung Killy nicht passt, versucht sie durch Kraft ihre Richtung durchzusetzen, was erstmal immer eine ungemütliche Situation ist, jedoch ist ihr noch nicht eingefallen mich quer über den Hof zu zerren oder mir den Strick aus der Hand zu reißen. Sobald sie Gegendruck spürt, lässt sie meist schnell nach, beziehungsweise lässt sie sich immer nochmal umstimmen und stürmt nicht einfach los. Das hat sie insbesondere beim Longieren gezeigt, denn natürlich ist eine Kreisbahn erstmal schwierig und Ausdauer hat sie bislang keine – die Arbeit war also durchaus anstrengend für das Pferd, was sie hin und wieder durch ausbrechen zeigen wollte. Jedoch hat sie sich schnell dazu entschieden, dass es für sie angenehmer ist, einfach stehen zu bleiben – nun gut.. Ich muss sagen, lieber bleibt mein Pferd stehen, sobald es keine Lust mehr hat, als dass es mich durch die Halle zieht (auch hier wieder Grüße an Fanny). Mir ist bewusst, dass auch das Stehen bleiben keine Verhaltensweise ist, die ich durchgehen lassen kann, denn wenn sie das mal mit mir drauf aus dem Galopp tut, weil sie keine Lust mehr hat, habe ich den Hauptgewinn. Andererseits stehen wir erst an den Anfängen mit unserer Arbeit und da darf das mal vorkommen. Kilkenny hat also in den meisten Situationen einfach die Ruhe weg, was mich recht positiv auf die kommende Zeit stimmt, da sie auch bisher alle meine Umstellungen die sie betreffen sehr gut angenommen hat.
Ich komme nicht umhin mir einzugestehen, dass wir noch eine ganze Menge Arbeit vor uns haben, auch wenn sie sich bisher gut macht. Ihre relativ ruhige Art vereinfacht mir das Ganze zwar, wird aber den Zeitaufwand nicht wesentlich verringern können. In den nächsten Tagen habe ich mir vorgenommen, mich auch mal aus der Reiterperspektive mit ihr zu beschäftigen, das habe ich nämlich seit sie da ist noch gar nicht in Angriff genommen.

PS: vergesst nicht das Gewinnspiel im vorangegangenen Beitrag, es läuft bis zum 04.12.2016 und wie sich bisher zeigt, ist die Chance zu gewinnen tatsächlich vorhanden ;).

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