Tierarztbesuche

Wicca ist mittlerweile vier Monate alt und wird deutlich frecher, aufmüpfiger und vor allem größenwahnsinnig. Ruffy beginnt allmählich mit der Pubertät, mit sechs Monaten durchaus üblich, was er durch absolute Frechheiten äußert. Beide „Kinder“, wie ich sie gerne nenne, sind aktuell willkommene Gäste beim Tierarzt. Die Verhaltenseigenschaften beider Tiere könnten in Bezug auf den Besuch beim  Tierarzt nicht unterschiedlicher sein. Während Wicca vor Freude vollkommen spinnt und in jeder Bewegung eine Spielaufforderung sieht, wodurch sie auf dem Tisch mit Hilfe von Leckerli ruhig gestellt werden muss, damit eine Impfung möglich wird, verfällt Ruffy total in Panik und erleidet sogar Haarausfall, sobald wir mit ihm die Wohnung verlassen. Ihn ruhig zu stellen ist gar kein Problem, da er ohnehin wie versteinert auf dem Tisch liegt und vermutlich einfach nur hofft, schnell wieder nach Hause zu dürfen.

Vergangene Woche sind wir mit den beiden zum Tierarzt gefahren, da Wicca ein weiteres Mal geimpft werden musste und ihre Zähne uns Sorgen bereiteten und uns bei Ruffy merkwürdige Blutspuren aufgefallen sind, deren Ursache uns unklar war. Zu Wicca gibt es hierbei nicht viel zu sagen, denn obwohl ich sie als recht dünn einstufe, wurde uns gesagt, dass sie mit knapp 10kg eine perfekte Welpenfigur hat und Welpen im Wachstum eh lieber etwas dünner als zu dick sein sollen. Damit würde nämlich verhindert, dass die Knochen und Gelenke zu sehr beansprucht werden, was etwaige Krankheiten wie Arthrose hervorrufen könnte. Ihr Kiefer glich ein paar Tage dem eines Hai, denn ihre Milchzähne wollten einfach nicht ausfallen, während die neuen Zähne bereits durchgebrochen waren. Mir war bekannt, dass dieser Fall äußerst selten vorkommt, aber zu erheblichen Problemen im Kiefer führen kann und man sie deshalb ziehen lassen müsste. Aber auch hier war unser Tierarzt sehr gelassen und sagte uns, dass die Milchzähne das Wochenende nicht mehr erleben würden. Er behielt Recht, denn einen Tag später waren die Zähne raus. Nachdem dies alles abgeklärt war, erhielt Wicca wie versprochen ihre Impfung und war fertig. Der kleine Sonnenschein fand das alles offensichtlich total spannend und klasse, denn als Ruffy an der Reihe war, blieb sie ganz freudig bei uns und kam gar nicht auf die Idee Richtung Tür zu rennen. Dieses aufgeschlossene Verhalten finde ich wirklich toll und ich hoffe, dass sie es beibehält und nie Angst vor dem Tierarzt entwickelt. Ruffy hingegen schien ziemlich aufgelöst zu sein, denn er hat überhaupt gar keinen Widerstand mehr geleistet und sah einfach nur fertig aus. Ein bisschen Leid tat er mir schon, aber die Ursache für die blutigen Spuren musste gefunden werden. Leider war auch unser Tierarzt diesbezüglich recht ratlos, jedoch äußerte er den Verdacht auf eine Blasenentzündung. Gut, bei einem Kater, der lieber im Waschbecken liegt und aus Wasserhähnen trinkt, wundert mich ein solcher Verdacht überhaupt nicht, denn wie wir alle wissen, sind Waschbecken in der Regel kalt und oft auch nass. Um diesem Verdacht auf den Grund zu gehen, mussten wir eine Urinprobe von Ruffy abgeben. Das Ergebnis hiervon war allerdings nicht die erhoffte Blasenentzündung, denn diese wäre einfach zu behandeln gewesen (Waschbeckenverbot). Es stellte sich heraus, dass unser junger Kater Kristalle und einen viel zu hohen ph-Wert im Urin hat. Die Ursache hierfür könnte eine Stoffwechselkrankheit sein, allerdings trifft keins der üblichen Symptome auf Ruffy zu, denn er ist weder alt, noch kastriert oder trinkt zu wenig. Die oberste Priorität liegt aktuell jedoch nicht darin, rauszufinden warum er das hat, sondern darin, seinen ph-Wert drastisch zu senken, da er sich sonst am eigenen Urin vergiften würde. Hierfür bekommt er nun täglich zwei Tabletten und auch hier sind unsere Tiere anders, als die Norm. Tatsächlich bettelt er nach jeder Tablette um eine weitere, während andere Tiere die Tabletten nur mit Wurst fressen. Für uns ist dies durchaus von Vorteil, denn es kann leider sein, dass der kleine mit nur sechs Monaten beginnt lebenslang Tabletten zu benötigen. Natürlich hoffen wir, dass es nicht so kommt, denn das ist nebenbei auch ein erheblicher Kostenfaktor, schließlich kann eine Katze auch gerne mal 20 Jahre alt werden. Ob er weiterhin Tabletten fressen muss, entscheidet sich in zwei Wochen, wenn wir eine neue Urinprobe abgeben und dann aktuelle Ergebnisse vorliegen haben, mit denen wir arbeiten können. Wir können hier also nicht wirklich mehr tun, als einfach abzuwarten und zu beobachten.

Warum der Kater jedoch solche Panik empfindet, währen der Hund sich auf den Tierarzt freut, ist uns unklar, denn beide genießen die gleiche Erziehung, haben dieselben Regeln und relativ viel Kontakt zu Menschen. Zudem sind beide von klein auf bei uns und haben nie negative Erfahrungen beim Tierarzt erleben müssen. Zumindest können wir uns ganz glücklich schätzen, dass die beiden nicht auf die Idee kommen, den Tierarzt anzugreifen oder wegzurennen. Da ist mir die pure Freude und eine Art Schockstarre doch ganz recht.

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