Aus den Augen, aus dem Sinn?

Zu Schulzeiten konnte ich mit dem Satz „Nach der Schule wirst Du merken, wer wirklich Deine Freunde sind.“ nicht viel anfangen. Schließlich sollten doch diejenigen, die man täglich sieht und mit denen man so viel Zeit verbringt auch „echte“ Freunde sein oder etwa nicht?Zwei Jahre später sehe ich diesen Satz mit gänzlich anderen Augen und bin tatsächlich ein wenig betrübt, weil so viel Wahres in ihm steckt. Ich gehöre leider auch zu der Sorte Mensch, die lieber wenig und dafür gute Freundschaften pflegt, als Massen um sich herum zu versammeln. Im Grunde war von vornherein logisch, dass der Kontakt zu vielen nicht mehr gehalten werden kann, schließlich sind einige meiner Schulzeitfreunde zum Studieren weggegangen und auch ich hatte vorwiegend mit mir selbst und meinem Studium zu tun, da bleibt oft schlicht und ergreifend nicht die Zeit um intensiven Kontakt zu halten. Auch Leute, mit denen ich im Stall viel zusammen war, sehe ich seltener, da ich auch diesen gewechselt habe. Mir wurde letztlich bewusst, dass ich einige Menschen, die mir sehr am Herzen lagen, schon sehr lange nicht gesehen habe und dies auch furchtbar schade finde. Das ganze zieht aber auch einen Vorteil nach sich: Sobald man diese Menschen kontaktiert, merkt man sehr schnell, ob diese noch Interesse an der eigenen Person haben oder ob nicht. In genau diesem Punkt ergibt der oben genannte Satz wirklich  einen Sinn, denn daran sieht man, welche Freundschaft tatsächlich bestehen kann.

Ich würde diesen Beitrag nicht verfassen, wenn ich nicht vor Kurzem eine Situation erlebt hätte, die mich über genau diese Thematik hat Nachdenken lassen. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass mir ein paar ziemlich gute Freundinnen ziemlich gefehlt haben und ich diese seit über einem Jahr einfach nicht gesehen habe, obwohl wir gar nicht weit auseinander wohnen. Kurzum haben wir uns dazu entschieden gemeinsam Essen zu gehen, einfach um sich mal wieder zu treffen. Das Schöne hieran ist, dass dieses Essen überhaupt nicht „gestellt“ zu sein schien, sondern wir uns auch nach dieser recht langen Zeit sehr authentisch und gut unterhalten konnten. Meines Erachtens ist es das, was Freundschaften ausmacht. Man muss sich nicht täglich oder in irgendeiner Form regelmäßig sehen und kann dennoch eine gute Zeit miteinander haben und trotz dessen wir uns alle verändert haben, war es nicht so, als wenn Fremde am Tisch sitzen. Natürlich haben wir uns während des Sushi-Essens vorgenommen uns wieder öfter zu sehen, aber dies ergibt sich wie ich denke wieder recht spontan. Ich bin kein großer Freund davon langfristige Termine, wo ich meine Freunde sehe, zu planen. Das wirkt auf mich irgendwo immer recht erzwungen. Natürlich lässt sich eine solche Situation nicht vermeiden, wenn beide Personen an anderen Enden Deutschlands leben, da plane ich auch gerne, aber gerade bei Menschen die so unmittelbar in meiner Nähe wohnen, will ich nicht weiter als zwei Wochen ins Voraus planen und wenn man sich dann eben wieder 9 Monate nicht sieht, dann ist das so.

Nun aber zu dem besagten Abend mit Sushi und Bier. Für unsere Sushi-Runde haben wir uns das Sushi & Friends in Schöneweide ausgesucht, welches ich wirklich sehr angenehm finde. Von den Preisen ist es absolut in Ordnung, auch wenn ich nicht so in der Szene bin und nicht sagen kann, ob es für Sushi nun günstige oder teure oder normale Preise auffährt (hier lasse ich mich gerne belehren). In gewohnter Manier haben wir uns relativ viel Sushi ausgesucht und uns alles auf einem Tablett servieren lassen, sodass jeder von jedem etwas probieren konnte. So entsteht übrigens auch kein Futterneid.

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Ich persönlich mag das panierte Sushi am liebsten, während ich das „klassische“ nicht ganz so gerne esse. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, sind wir nach Neukölln gefahren, um uns irgendeine beliebige Bar zu suchen. Gelandet waren wir im Twinpigs (Boddinstraße), welches uns vom Ambiente sehr gefallen hat. Tatsächlich kamen wir irgendwann raus und waren erschrocken darüber, wie hell die Straße ist, denn in der Bar selbst war es gemütlich dunkel. Ich bin tatsächlich recht angetan von dieser Bar und kann mir gut vorstellen, sie erneut aufzusuchen. Alles in Einem hatten wir nach langer Zeit einen wirklich schönen Abend miteinander.

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