Mein neues Pferd

Ich wollte mich zu heute entschieden haben, was mein neues Pferd angeht. Und tatsächlich kam die Entscheidung sehr knapp und doch anders, als geplant.Bereits nach meiner ersten Besichtigung stand für mich fest, welches Pferd ich nehme. Es sollte ein Brandenburger in wunderschönem schwarz werden. Das Tier war auf L-Niveau ausgebildet und hätte mich in der Dressur sicher sehr viel fördern können. Wir hatten auch bereits alles mit der Besitzerin abgesprochen, die Box stand bereit. Dennoch bin ich zur Ponyranch gefahren, um mir dort eine Irish Cob Stute anzusehen, in die ich mich ebenfalls sofort verliebt habe. Allerdings hatte der „Sportler“ Priorität, da hier ja bereits alles festgelegt war.

Dann folgte gestern Abend ein Anruf, in dem mir die Besitzerin des Brandenburgers offenbarte, dass sie ihn nun doch nicht verkaufen will. Die Gründe dahinter, warum man ein Pferd erst verkaufen will, dann doch nicht mehr aber es eventuell zum Frühjahr wieder inseriert, sind mir ein Rätsel, aber ich nehme das einfach mal hin. Leider habe ich keinen Vorvertrag und keine Anzahlung getätigt, sonst wäre mir dieses tolle Pferd vermutlich nicht so entgangen, aber nun kann ich nichts mehr ändern.

Tatsächlich bin ich im Nachhinein sehr glücklich darüber, dass die Chemie zwischen mir und der Stute so gut gestimmt hat, denn so konnte ich sofort Dania anrufen und ihr sagen, dass Kilkenny schon bald zu mir ziehen kann. Killy ist das komplette Gegenteil von dem Pferd, das ich ursprünglich haben wollte: Sie ist absolut kräftig gebaut, hat eine Ausbildung im Horsemanship genossen und wird mit mir wohl niemals einen Lehrgang oder ein Turnier im klassischen Englisch mitmachen. Stattdessen wird sie mich im Horsemanship sehr viel lehren und mit mir wohl sehr viele Ausritte machen. Natürlich ist es irgendwo auch mein Ziel, ihr das Reiten auf dem Platz oder in der Halle schmackhaft zu machen, denn darin sieht sie bisher nur wenig Sinn und wie es für ihre Rasse typisch ist, will sie immer einen Sinn hinter dem sehen, was sie machen soll. Sie ist am Boden wirklich unschlagbar und folgte mir schon nach 3 Tagen ohne alles von ihrem Paddock runter. Zudem lief sie mir sehr schnell (auch ohne alles) hinterher, in allen Gangarten, was mich ein wenig stolz gemacht hat. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, beherrscht sie es, sich auf Kommando hinzulegen, was ich ganz besonders toll finde. Hier müssen wir aber noch daran arbeiten, dass sie auch liegen bleibt, denn aktuell hatte sie es immer recht eilig wieder aufzustehen. Kilkenny hat wahnsinnig viele tolle Eigenschaften, man merkt ihr aber deutlich an, dass sie großes Leitstuten-Potential  hat, so will sie beispielsweise bei einem Ausritt stets vorne laufen und übernimmt die Führung, wenn „ihr“ Mensch unsicher ist. Tatsächlich waren Dania und ich sehr erstaunt darüber, dass Killy sich so schnell auf mich eingelassen hat, denn laut Dania ist dies nicht der Regelfall und sie kennt Killy wesentlich besser als ich.

Nun fahren meine Mama und ich also am 07. Oktober gemeinsam zur Ponyranch um alles vertraglich zu regeln und diesmal wird mir auch ganz sicher nicht unmittelbar vorher abgesagt. Wann genau Kilkenny umziehen wird, steht noch nicht fest, denn dies muss ich erst einmal neu absprechen und um den Transport muss sich ebenfalls noch gekümmert werden. Bei Kilkenny läuft das alles aber wesentlich entspannter ab, da ich bei Dania ganz genau weiß, woran ich bin und von ihr nicht zu erwarten habe, dass irgendwas schief läuft.

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Auch wenn ich mit Kilkenny nicht die Ziele verfolgen kann, die ich eigentlich hatte, weiß ich, dass ich eine wunderbare Zeit mit ihr haben werde und freue mich unglaublich auf sie. Zudem habe ich nun einen triftigen Grund, mir Bücher zum Thema Horsemanship, Bodenarbeit usw. zu kaufen und muss nun endlich richtig sitzen lernen, denn so ganz ohne Sattel bin ich doch sehr auf mich selbst angewiesen. Da Killy aber das reinste Sofa ist, denke ich kaum, dass ich hierbei arge Probleme bekomme. Wenn man so will, wird sie mich also auch reiterlich weiter bringen, oder zumindest meinen Sitz verbessern.

Natürlich legt die Enttäuschung über die Geschehnisse einen Schatten über die Freude, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich einfach nicht verstehen kann, wie man als Mensch so unglaublich unentschlossen und in gewisser Weise auch unzuverlässig sein kann. Ich nehme hieraus nun jedoch das Positive und eine neue Erfahrung mit. So werde ich mich nun also mit ganzer Energie mit Kilkenny und Natural Horsemanship befassen und mich in dieser Richtung weiter entwickeln.

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