Tschüss Wohnheim

Nach knapp einem Jahr in der „ersten eigenen Wohnung“, sofern man eine Wohneinheit im Studentenwohnheim mit eigener Küche und Bad als Wohnung ansehen will, bin ich dort nun endgültig ausgezogen. Aber warum habe ich denn nun eigentlich meine eigenen vier Wände aufgegeben? Diese Frage hat mir übrigens auch der Hausmeister vom Wohnheim gestellt, als ich ihm sagte, dass ich weiter studieren werde, aber eben nicht mehr im Wohnheim wohne. Tatsächlich habe ich mich selbst schon häufiger gefragt, warum ich mich so entschieden habe, schließlich bin ich ein sehr freiheitsliebender Mensch und brauche auch wirklich meine Privatsphäre, um nicht absolut unangenehm anderen gegenüber zu werden. Zu viel um mich herum stresst mich einfach und das führt immer zu schlechter Laune. Ich bin nunmal leider oft etwas aufbrausend, aber so bin ich eben. Zudem habe ich damit meine Unabhängigkeit komplett aufgegeben, denn wenn ich mich nun mit meinem Freund streite, oder wir uns gar trennen sollten (was definitiv nicht zu unseren Plänen gehört), bin ich erstmal aufgeschmissen. Natürlich sind dies Aspekte, die man sich vorher überlegt und die einen auch wahrscheinlich abschrecken sollten, allerdings habe ich das Ganze auch aus einer anderen Perspektive gesehen: der Finanziellen. Seit Mai war ich insgesamt vielleicht eine Woche im Wohnheim. Den Rest der Zeit habe ich bei meinem Freund in der Wohnung, im Stall, oder bei meinen Eltern verbracht. Ich habe also für 5 Monate Leermiete gezahlt, was uns schon im Juli aufgefallen ist. Die Entscheidung kam also sehr schnell, da ich mir diese Kosten einfach sparen konnte und wollte. Der Weg zur Uni ist immerhin der gleiche geblieben: 5-10 Minuten Fußweg, nur mit dem Unterschied, dass nun der Bäcker direkt auf dem Weg liegt. Ich muss, genauso wie im Wohnheim, Treppen laufen um in meine Wohnung zu kommen. Und nun zu den Unterschieden: ich muss keine GEZ mehr bezahlen, da diese bereits mein Freund für diesen Haushalt übernimmt, habe weniger Ausgaben für den Haushalt, lebe auf geschätzt der 5-fachen Fläche des Wohnheim-Zimmers, darf Tiere halten und bin nicht pausenlos alleine. Natürlich, dass es hier mehr Fläche zum Putzen gibt, finde ich nicht so berauschend. Ich war schon immer ein recht unordentlicher Mensch (wenn es nicht gerade um Schule/Uni oder Arbeit geht) und habe am Putzen einfach keine Freude. Ich verstehe die Menschen auch nicht, die freiwillig und vollkommen euphorisch jeden Tag ihr Haus putzen und ihren Mann bekochen. Nein, einfach nein. So bin ich nie gewesen und zum Nachteil meines Freundes werde ich so auch nie sein. Hier habe ich aber auch wirklich Glück, dass er auch gerne mal den Kochlöffel schwingt und auch gerne Putzarbeiten übernimmt. So bleibt es wenigstens einigermaßen im Gleichgewicht, wobei ich wirklich mal mehr dazu beitragen könnte. Ein weiterer Grund für den Umzug war, dass hier eben Tiere erlaubt sind, zumindest Katzen. Praktisch bin ich schon im Mai inoffiziell umgezogen und mit mir ist auch ein Kater in diese Wohnung gezogen, wobei ich sagen muss, dass es nie einen Kater in dieser Wohnung gegeben hätte, wenn ich da ein Mitspracherecht gehabt hätte. Hatte ich nicht, nun haben wir den Salat und einen total bekloppten Kater, den ich aber auch sehr in mein Herz geschlossen habe, denn auch ihn haben wir als Baby bekommen. Mein Wunsch nach einem eigenen Hund, konnte mir hier auch erfüllt werden, da Basti sich auch dafür entschieden hat und unser Vermieter nach einiger Bedenkzeit auch zugestimmt hat. Ein Hund wäre jedoch im Wohnheim gar nicht möglich gewesen, da zum Einen der Platz nicht gereicht hätte und zum Anderen ein ausdrückliches Verbot bestanden hat. Weiterhin muss ich gestehen, dass ich die Ruhe in der „neuen“ Wohnung genieße, denn die nahezu täglichen, spanisch angehauchten Parties fallen weg. Weniger ruhig ist dafür die Straße, wobei man sich auch an diese ganz schnell gewöhnt und auch meine Wohnung im Wohnheim war der Straße zugewandt, es ist also kein wesentlicher Unterschied, bis auf die wesentlich ruhigeren Nachbarn.

Letztendlich hatte dieser Umzug für mich nur Vorteile, da ich erheblich Mietkosten sparen kann gleichzeitig einem anderen Studenten die Möglichkeit geben kann, dieses Zimmer zu nutzen, denn ich bin mir sicher, dass es Leute gibt, die das dringender brauchen, als ich es tat und irgendwo fände ich es unfair, ein Zimmer zu mieten und somit jemandem „wegzunehmen“, obwohl ich es nicht nutze.

Alles in Einem besteht natürlich immer noch das Risiko auf der Straße zu landen, aber man soll nie von dem Negativen ausgehen und da ich im Hier und Jetzt lebe, war der Umzug für mich die beste Entscheidung, die ich auch keinesfalls bereue.

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