Der goldene Herbst

und was er für uns so bedeutet…

Es ist nicht zu leugnen, der Sommer ist vorbei und der Herbst hat uns vollkommen in seiner Hand. Ein Unwetter jagt das nächste, zwischendrin erleben wir die schönsten Herbsttage und doch klopft auch der Winter schon an die Tür.
Für die meisten Pferdebesitzer beginnt nun der alljährliche Stress: welches Muster wird in das Pferd geschoren? Welche Decken brauchen wir dieses Jahr? Wann fangen wir eigentlich an mit eindecken? Und natürlich am wichtigsten: wer darf am öftesten und längsten in die Halle? Vorausgesetzt man hat eine Halle zur Verfügung.
All diesen Stress versuche ich Jahr für Jahr so gut es geht zu umgehen, was mir auch gut gelingt.

Killy wird nämlich nicht geschoren. Tatsächlich hatte ich kurz mit dem Gedanken gespielt, weil sie immer so dolle schwitzt. Allerdings wäre das der einzige Grund, einen weiteren Nutzen erkenne ich nicht. Sind wir mal ehrlich, wenn ich mein Pferd schere, verdonnere ich es dazu den ganzen Winter pausenlos eine Decke zu tragen. Demnach habe ich einen relativ hohen Deckenverbrauch, denn die gehen auch gerne mal auf der Koppel kaputt, bzw. reicht dann nicht mehr nur eine einzige. Schere ich mein Pferd, muss ich dafür sorgen, dass es nie friert. Der natürliche Witterungsschutz ist weg, den hab ich ja weggeschoren. Da ich es aber nicht täglich zum an- und ausziehen in den Stall schaffen würde, müsste ich jemanden dafür bezahlen, dies zu übernehmen. Mein Pferd könnte sich also den ganzen Winter nicht mehr ohne Decke bewegen, außer im Training.  Kurzum: ich bringe die gesamte körpereigene Thermoregulation durcheinander und sorge für einen nicht sehr natürlichen Zustand meines Pferdes. Da ziehe ich Killy doch echt lieber nach dem Training ihre Abschwitz- / oder Regendecke an, die sie wieder ausziehen darf, wenn sie trocken ist und sich aufgrund des Windes nicht mehr verkühlen kann.
Gegenseite: bei Pferden, die täglich mehrmals im Training laufen und auch über den Winter auf Turnieren starten kann ich es ein Stück weit nachvollziehen. Bis beispielsweise meine Killy nämlich trocken ist vergehen meist gefühlte Ewigkeiten. Das wäre für einen ambitionierten Sport- und Berufsreiter natürlich nicht sehr günstig, da es Zeit kostet.
Bei den meisten Freizeitreitern jedoch, überkommt mich oft einfach nur ein Kopfschütteln. Was bringt es dem Pferd? Was bringt es dem Reiter? Klar, ein eingedecktes Pferd ist immer sauber – es kann sich ja auch nicht dreckig machen. Man spart also Zeit beim putzen.
Ist man kreativ und kann das auch umsetzen, gibt es unfassbar schöne Schermuster. Die sehen natürlich super aus, aber lohnen sich irgendwie auch nur, wenn die nötige Reichweite vorhanden ist. Sonst sieht es ja keiner.
Warum schreibe ich aber genau hierüber, wenn es für mich nicht in Frage kommt? Weil mich die Antworten, die ich auf die Frage, warum man sein Pferd geschoren hat, einfach nicht verstehe: „es sieht schöner aus“, „der schwitzt immer so doll“, „wir haben zu spät angefangen einzudecken, dadurch hat der Winterfell geschoben“, „das machen doch alle so im Winter“.
Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn jemand sein Pferd schert, weil es den täglichen Ablauf enorm erleichtert und/oder nachvollziehbare Argumente gebracht werden. So halte ich es jedoch einfach nur für einen Trend und eine buchstäbliche Modeerscheinung.

Da Killy also nicht geschoren wird (obwohl sie ziemlich viel schwitzt….), ist auch die Deckenfrage schnell geklärt. Welche Decken brauche ich? Keine. Ich habe nämlich im vergangenen Jahr eine tolle Decke bekommen, mit der mein Pferd zwar ziemlich witzig aussieht, die aber ihren Zweck erfüllt. Eine stinknormale Regendecke, die raufkommt, wenn Killy geschwitzt hat und es draußen regnet, schneit und/oder arg windig ist. Ansonsten brauche ich allerdings einen Haufen Abschwitzdecken, die ich glücklicherweise ebenfalls besitze. Mehr benötige ich nicht. Keine dick gefüllte Decke oder eine in 5-facher Ausführung, falls eine mal kaputt geht. Killy steht überwiegend ohne Decke draußen und bisher machte sie auch nicht den Anschein dauerhaft eine zu benötigen. Sie hat ordentlich Winterfell geschoben und stand auch noch nie zitternd vor mir.

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Was die Nutzung der Halle angeht, bin ich sehr glücklich über die Tatsache, dass unser Hallenplan-System gut funktioniert. Wer alleine in der Halle sein möchte, hat diese mit genügend „Vorlaufzeit“ zu reservieren und Pech, wenn er (oder sie) das versäumt hat. Rücksicht wird bei uns groß geschrieben, wodurch es bisher nie zu Problemen kam und jeder seinen Platz in der Halle hat. Zudem sind wir kein besonders großer Stall, es ist folglich eher selten, dass sich mehr als 3-4 Leute gleichzeitig in der Halle befinden. Ich selbst habe das allerdings noch nie erlebt.

Natürlich kann ich nur von meinem Pferd, meinen Erfahrungen und der generellen Handhabung bei uns im Stall sprechen. Mir ist bewusst, dass einige Pferde empfindlicher sind als andere und nicht jedes Pferd so viel Winterfell schiebt wie Killy. Jeder muss für sein Pferd entscheiden, was am sinnvollsten ist und wer sich Gedanken macht, kann auf Nachfragen auch erklären warum er dieses oder jenes tut. Mich stören einfach nur diese stumpfen, nichtssagenden Aussagen, die einem gerne auch in einem bissigen Ton serviert werden.

Alles in Allem bin ich froh, dass sich über die kalte Jahreszeit bei uns nicht besonders viel verändert, außer dass man halt vermehrt im Stall ist, wenn es bereits dunkel ist. Eine Tatsache, die mich weniger glücklich stimmt, die ich aber nicht beeinflussen kann.

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Master of Disaster

Naja ok. Vorerst Bachelorette.

Wer hätte es gedacht? Ich habe doch tatsächlich meinen Bachelor of Laws in der Tasche. Nun liegen drei Jahre voller Erfahrungen hinter mir, in meinem Kopf befindet sich offenbar fachspezifisches Wissen, ich könnte mit dem Berufsleben anfangen. Tu ich aber nicht. Aus dem einfachen Grund: ich möchte weiterhin Student sein. Ich fühle mich ehrlich gesagt noch nicht bereit, „richtig“ zu starten. Also bin ich nun, mit meinen 21 Jahren eine waschechte Masterstudentin. Wow.

Für mich war es utopisch irgendwann den Titel „Bachelor of Laws“ zu haben. Drei Jahre, dachte ich, würden ewig dauern. Das Studentenleben, dachte ich, würde ewig anhalten. Da hätte ich wohl eher Jura studieren sollen. Oder Medizin. Dann wäre ich wohl aber Dauerstudent, weil ich es nicht schaffen würde, glaube ich. Gehe ich fest von aus.
Vor einigen Wochen startete mein erstes Semester, als Masterstudent. Ich bin also wieder ein „Ersti“. An der gleichen Hochschule, da bin ich einfallslos. Nur irgendwie war es gänzlich anders, als erhofft. Ich dachte „hey okay, bleibe ich an der gleichen Hochschule, ist alles wie immer. Studium geht ganz normal weiter“. Nicht bedacht habe ich, dass nicht alle „ganz normal“ weiter machen. Dass ein Großteil derer, mit denen ich die Zeit verbrachte einfach geht. Ein Teil ins Berufsleben, ein Teil an andere Hochschulen und Universitäten. Es ist wie nach dem Abi habe ich das Gefühl. Ein kompletter Neubeginn. Einziger Unterschied: die Umgebung ist die gleiche. Und genau das ist das seltsame. Hierher zu kommen und nicht die gewohnte Routine zu haben, nicht mit den gleichen Personen hier zu sein. Die ersten Tage fühlte es sich an, als hätte alles weitergedreht, nur ich blieb stehen. Ich muss ehrlich sagen, ich fühlte mich verloren. Alleine, trotz so vieler bekannter Gesichter.
Selbstverständlich wusste ich schon lange, dass einige gehen werden. Realisiert habe ich es allerdings erst, als ich in den Raum kam und bis auf wenige, eine komplett neue Gruppe vor mir sah. So ist das wohl im Leben, Menschen kommen und gehen. Ich bin froh, ein paar wenige auch außerhalb des Studiums weiter regelmäßig zu sehen, auch wenn es mir als eher kontaktfreudiger Mensch nicht unbedingt schwer fällt, neue Leute kennenzulernen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das trifft vor allem auch auf soziale Kontakte zu. Wer also behauptet, es wäre ihm egal, seine Freunde nicht mehr täglich zu sehen, ist in meinen Augen entweder ein ganz großer Heuchler, was Freundschaften angeht oder ein Lügner, was den Punkt „ist mir egal“ angeht. Ich glaube, sowas trifft uns alle irgendwie und wir müssen alle lernen, damit umzugehen und Freundschaften, die uns am Herzen liegen zu pflegen.

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Kurzum: an meinen Lebensumständen hat sich nicht besonders viel geändert, obwohl es sich ziemlich danach anfühlt.

Zeitmanagement ist alles

…sagen alle. Ich bin da geteilter Meinung.

Mich erreichen so häufig Fragen, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. „Was alles?“ ist dann meist meine Antwort. Daraufhin kommt dann die Auflistung: Arbeit, Studium, Festivals / Konzerte, Freunde, Haushalt und natürlich meine Tiere. Wenn ich ehrlich bin, nehme ich das alles gar nicht als so unfassbar viel wahr. Für mich ist es zur Normalität geworden, „das alles“ irgendwie zu managen und mir kommt es nicht so vor, als wäre ich permanent im Zeitstress. Je öfter mir diese Fragen allerdings gestellt werden oder jemand zu mir sagt „ich frage mich ja bis heute, wie du das alles machst“, desto mehr denke ich darüber nach und stelle mir diese Fragen selbst.

Wie mache ich das also? Wo liegt mein „Geheimnis“ und was hat Zeitmanagement damit zu tun?

Zum Thema Zeitmanagement möchte ich mal eben sagen, dass ich der wohl schlechteste Mensch darin bin, grade was mein Studium angeht. Ein Mensch, der über gutes Zeitmanagement verfügt, wird nicht 3 Tage vor Abgabe Tag und Nacht dran sitzen, um es pünktlich zu schaffen. Das geschieht mir allerdings immer. Also nein, perfektes Zeitmanagement ist nicht mein Wundermittel. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

Ich denke, um zu beschreiben wie ich „das alles“ so schaffe, ist es am einfachsten euch meinen normalen Wochenablauf zu schildern. Eine „normale“ Woche findet für mich mitten im Semester statt. Ohne Prüfungsstress, ohne Ferien – denn in diesen Zeiten herrscht immer Ausnahmezustand. Meine normale Woche beginnt also Montag und endet Sonntag (wow, was für eine Erkenntnis).
Ich habe das Glück, dass meine Hochschule mir meinen Stundenplan erstellt. So wird mir nämlich einfach ein Zeitplan für mein Studium vorgegeben und ich kann alles andere drumherum planen. Gehe ich vom kommenden Semester aus, habe ich regelmäßig zwei Tage unter der Woche keine Vorlesungen, kann an diesen Tagen also entspannt arbeiten gehen.

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Hund und Katze werden täglich nach dem gleichen Schema abgefertigt: am Morgen eine Runde mit Wicca im Wald drehen, beide Tiere füttern, Katzenklo reinigen und wenn es die Zeit erlaubt beide einmal knuddeln. Sobald ich dann wieder zu Hause bin, geht es wieder eine Runde mit Wicca in den Wald, beide werden gefüttert und beide werden dann auch gekämmt. Die beiden verursachen folglich den geringsten Aufwand.

Bei Killy sieht das dann doch etwas anders aus. Mal eben kurz in den Stall fahren ist nicht machbar. Zum einen rechnet sich das nicht und zum anderen verbringe ich viel zu gerne Zeit im Stall. Hier werden also mindestens drei Stunden eingeplant. Zu Killy fahre ich unter der Woche meist nach der Uni / der Arbeit und nehme Wicca häufig mit. Mein Pferd sieht mich also eher in den Abendstunden, was wiederum ein super Ausgleich und ein schöner Tagesabschluss ist. Unter der Woche beschränkt sich das leider nur auf ein bis zwei, maximal drei Tage – je nachdem wie anstrengend der jeweilige Tag ohnehin schon war. Völlig ausgelaugt und entnervt fahre ich nämlich gar nicht erst in den Stall, davon haben wir alle nämlich nichts, als noch mehr schlechte Laune.
Da wir aber einen festgelegten Tag für die Reitstunde haben, besteht zumindest in diesem Punkt eine Regelmäßigkeit. Am Wochenende ist es dann meist spontane Sache, ob ich in den Stall fahre oder nicht. Hier entscheide ich mich aber meistens eher dafür, um die Zeit auch richtig schön ausnutzen zu können.

Gleichzeitig nutze ich die Wochenenden aber auch, um meinen Haushalt zu machen (macht sich leider doch nicht von allein), eventuell für die Uni paar Dinge zu erledigen und natürlich um mit Freunden was zu machen. Habe ich für mich jedoch beschlossen, einfach mal nichts tun zu wollen, dann tu ich genau das: nichts.

In den Sommermonaten kommt zudem noch das Drachenboottraining, bzw. die Regatten hinzu. Training und Regatten liegen meist auf den Wochenenden und wirken sich somit nicht all zu sehr auf meine Planungen aus. Mit Wicca bin ich, was Hundeschule angeht nun erst einmal fertig und werde mit ihr nach Abschluss unseres Agility-Kurses über den Winter pausieren. Im Frühjahr melde ich uns dann wieder bei einigen spannenden Dingen an, da freue ich mich jetzt schon drauf.

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Ihr seht also, es ist alles irgendwie durchgeplant und doch lasse ich mir Freiräume, um mich nicht zu überlasten. Gerade was Killy angeht, ist es eben kein Weltuntergang, wenn ich mal nicht zu ihr fahre. Dafür stehen wir in Vollpension, damit ich ruhigen Gewissens sagen kann „ne, heute mal nicht“. Das einzige, was merklich darunter leidet, wenn ich nicht hinfahre, ist unser Trainingsstand.

Zudem haben wir seit August auch eine Reitbeteiligung, die einmal wöchentlich kommt und mit Killy ebenfalls am Unterricht teilnimmt. Das Pony läuft also zwei mal die Woche im Training und zusätzlich wird sie mindestens ein weiteres mal von mir geritten. Natürlich gibt es Pferde, denen das viel zu wenig ist. Klar, aber Killy gehört nicht zu diesen Pferden, die man täglich auslasten muss. Die freut sich auch, wenn sie den ganzen Tag in ihrer Herde verbringen kann. Das ist das kleine Privileg, wenn man kein übermotiviertes Sportpferd hat.

Wie ich „das alles“ also schaffe? Mit einer gesunden Mischung aus Planung und Bauchgefühl, denke ich. Ich möchte für mich niemals sagen müssen „oh ich muss das und das heute noch schaffen und erledigen“. Nein, muss ich nämlich nicht – aber ich kann.

 

..fast 3 Monate später..

..lebt Samira irgendwie immer noch..

Sicher ist euch ebenfalls aufgefallen, dass hier nicht viel los war in den letzten paar Monaten. Um nicht zu sagen, nichts. Grund hierfür war schlichtweg ein Mangel an vorhandenem Internet und einfach zu wenig Zeit. Ich bin nämlich umgezogen. Wieso, weshalb und warum erzähle ich euch ganz entspannt in einem gesonderten Beitrag. Wir wollen ja nicht gleich wieder alles durcheinander werfen. Jetzt, wo so viel Ordnung existiert.

Fakt ist aber leider, dass es mindestens 10 ungeschriebene und unveröffentlichte Beiträge gibt, zu denen ich aber unbedingt noch meinen Senf abgeben möchte. Zu meinem Nachteil dreht sich die Erde währenddessen noch weiter und nun bin ich förmlich gezwungen, eine Liste zu führen, damit ich keinen Beitrag vergesse. In den kommenden Tagen oder Wochen arbeite ich also Stück für Stück die Informationen für euch auf und versuche nebenbei den aktuellen Kram auch irgendwie unter zu bringen.

Also keine Sorge, es geht hier wieder weiter. Da ich aktuell aber auch meine Bachelorarbeit schreibe (oder schreiben sollte), kann ich nicht für Regelmäßigkeit garantieren.

Liebste Shiva

ich hoff‘ du bist angekommen.

Mehr als eine Woche ist es nun her, dass wir dich haben gehen lassen. Gemeinsam schickten wir, Mama und ich, dich unter Tränen über den Regenbogen. Dieser Gang zum Tierarzt war das, wovor ich am meisten Angst hatte. Schon seit Jahren weinte ich allein bei dem Gedanken dich eines Tages zu verlieren. So ist der Lauf des Lebens, sagte man mir immer wieder. Ein grausamer Lauf des Lebens, wenn man mich fragt.

Du warst ein Sonnenschein und zaubertest mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Du warst mein Ruhepool und hast es mir nie krumm genommen, wenn ich all meinen Frust an dir ausgelassen habe. In Momenten der Trauer und auch der Wut warst du da, warst einfühlsam und hast einfach zugehört. Nagut, eine große Wahl hattest du auch nie. Dennoch legtest du immer deinen Kopf auf meinen Schoß und warst eben einfach da. Du warst.

Weißt du noch, als du zu uns kamst und fröhlich vor dich her gebrummt hast? Da hatte ich Angst vor dir. Ich, mit meinen grade mal 8 Jahren, kannte brummen immer nur als Drohung von Hunden. Du hast aber nie gedroht, du hast erzählt. In all den Jahren hab ich nie miterlebt, dass du einem Menschen gegenüber gedroht hättest. Du hast alles mit dir machen lassen, warst immer freundlich zu jedem. Für einen Hund aus der Tötung ein wahrlich erstaunliches Verhalten.

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Du bist mein Herzenshund und das wirst du wohl auch für immer bleiben. Du hast so viel miterlebt, uns so viele schöne Erinnerungen geschenkt und letztlich einfach mal mehr als die Hälfte meines Lebens an unserer Seite verbracht.
Die Trauer, die sich wie ein Schatten nun an meiner Seite befindet ist nicht in Worte zu fassen. Ich dachte ja, Fannys Tod wäre unerträglich gewesen, aber das war einfach nichts im Vergleich zu dem, was ich nun durchlebe.
Es ist, als wäre ein Teil von mir mit dir verloren gegangen und als würde ich verzweifelnd versuchen diesen Teil wieder zu finden. Wo ich auch bin, du fehlst einfach.

Wicca gibt sich beim Trösten die größte Mühe und weicht mir nicht von der Seite, sobald die Tränen kullern. Sie hat sogar angefangen zu grummeln, aber das macht sie bei weitem nicht so wie du. Wer weiß, vielleicht kann sie mir eines Tages so über den Verlust hinweg helfen, wie Killy es bei Fanny tut.

Was ich sagen wollteist, dass ich dich vermisse. Jeder, der dich kannte wird das tun. Du hast ein riesiges Loch in den Herzen derer hinterlassen, die dich geliebt haben.
Ich liebe Dich.
Flieg, du wundersames Geschöpf und ruhe in Frieden.

05.07.2017 – R.i.P.

Ahzumjot und die Trailerpark-Bar

Samira, 20, hat eventuell ein Alkoholproblem…

…würden jedenfalls einige behaupten, wenn sie hören, dass ich schon wieder eine Nacht in Berlin verbracht habe. Wie kann ich nur, mit 20 sollte man lieber zuhause sitzen und seine Katzen füttern oder so. Für die Uni lernen täte es auch. Wer weiß, vielleicht habe ich im Masterstudium ja eine andere Lerneinstellung? (wohl kaum)

Zurück zum Thema. Ja, ich war wieder in Berlin unterwegs, aus einem wichtigen Grund: Ahzumjot hatte vorher angekündigt das St. Georg in Kreuzberg zu zerlegen. Wer mich hier schon länger verfolgt, hat schon mitbekommen, dass ich ein kleines Kind des deutschen HipHops bin. Angefangen hat das alles im Jahre 2011, erinnert ihr euch? Vor sechs Jahren gab es den ganzen Hype um Casper, K.I.Z, Prinz Pi, Kraftklub usw. noch nicht. Jedenfalls nicht im heutigen Ausmaß. Zur Erinnerung: im März 2012 spielte Casper noch in der Columbia Halle, mit K.I.Z als Vorband. Glaubt ihr mir nicht? Sucht Videos auf YouTube dazu, ihr werdet fündig, versprochen. Wie dem auch sei, durch Casper fing alles an. Wegen Casper wollten Caro und ich 2013 unbedingt auf’s splash! Festival fahren und ich bin dort irgendwie hängen geblieben. Wie kam ich aber zu Ahzumjot? Ganz einfach. Ich habe auf dem splash einen Pullover gesehen, der mir optisch richtig gut gefallen hat und es stellte sich heraus, dass dieser von Ahzumjot ist. Also von seinem Merch. (am gleichen Tag kaufte ich übrigens meinen Kraftklub Pullover. Upsi)
Ich habe mich also über das Merch mit Ahzumjot auseinander gesetzt und seitdem verfolge ich ihn und versorge mich stets mit seinen neuen Tracks. So geht das einfach. Zugegeben, ich bin hier und da ein kleines Fangirl, insbesondere wenn es um Musiker geht, deren Musik mein Leben schon so lange begleitet.

Soweit, so gut. Ich war also wegen Ahzumjot in Berlin und hatte unglaublich gute Laune, weil ich mich sehr auf den Abend gefreut hatte. Ehrlich gesagt, war ich auch super aufgeregt, denn ich hatte eine Vermutung von der ich wissen wollte, ob sie stimmt. Es klingt jetzt vermutlich doof, aber tatsächlich überlegte ich den ganzen Tag, ob es nicht möglich wäre, dass Casper auf die Bühne kommt. In Anbetracht der Zeit, die ich beide bereits verfolge, ist auch bei mir angekommen, dass die beiden sich kennen und gut verstehen. Als dann das Album von Ahzumjot kam, wo Casper auf einem Song auftauchte, dachte ich nur „wow krass“ – wir alle wissen, vor welchem Publikum Casper mittlerweile spielt. Da ist eine ausverkaufte Wuhlheide keine Überraschung. Spreche ich hingegen von Ahzumjot, werde ich oft gefragt wer das ist. Ehrlich gesagt, finde ich das richtig schade und absolut unverdient. Zurück zu meinen Überlegungen (die gingen nämlich noch weiter), mir kam in den Sinn, dass Berlin das Tourfinale war. Immer ein besonderer Auftritt, zumindest lassen die Künstler das gerne so aussehen. Also dachte ich „okay, irgendwas krasses wird er machen. Irgendwas packt er aus, womit niemand rechnet“. Tja und dann fiel mir auf, dass Casper in Berlin wohnt und immer wieder betont, wie sehr er die kleinen Shows feiert. Setzt man nun alle Teile zusammen, ist es eigentlich nur logisch, dass er da war. Die beiden kennen sich seit Jahren, haben einen gemeinsamen Song vom neuen Album, es ist Tourfinale, Spielort Berlin in einer kleinen Location. Noch Fragen?

Mir wollte das niemand so recht glauben. Nina stimmte mir zwar in der Hinsicht zu, dass es durchaus Sinn machen würde, hielt aber entgegen, dass ich mir keine zu großen Hoffnungen machen sollte, schließlich war ja Ostern. Nochmal mein Gegenargument an Nina: Ostern ist erst Sonntag / Montag 😛
Paul guckte mich auch eher skeptisch an und war auch geteilter Meinung. Es schien auch irgendwie zu offensichtlich und irgendwo auch zu krass. Wir reden hier von Casper.

Das Konzert fand in einer sehr gemütlichen Location statt. Wie viele wir waren? Fragt mich nicht, aber sicher nicht mehr als 100 Menschen. Also wirklich klein das Ganze, was ich immer sehr begrüße. Mir machen die kleinen Konzerte immer am meisten Freude, weil alles wesentlich entspannter abläuft. Ahzumjot und Chima Ede verbreiteten gute Stimmung, der Bass zerlegte gefühlt die Mauern und bei uns war gute Laune ohne Ende angesagt. Das Konzert endete, die Zusage fing an. Niemand rechnete jetzt noch mit Casper. Der versteckte sich nämlich im Backstage. Limbo fehlte aber nach wie vor. Als der Song dann angespielt wurde, drückte ich Paul nur noch mein Handy in die Hand und bat ihn für mich zu filmen, damit ich tanzen gehen konnte. Das tat er auch und dann sprang Casper pünktlich zu seinem Part auf die Bühne. Ich bin vor Freude mehr als nur eskaliert. Es war für mich so wunderschön, diesen Menschen noch einmal vor so kleinem Publikum live erleben zu können. Mein twitter explodierte und gefühlt jeder meiner WhatsApp Kontakte musste sich unter die Nase reiben lassen, dass Casper da war. Ich will halt nichts sagen, aber ich habe es geahnt und ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, Paul mein Handy in die Hand gedrückt zu haben.

Nach dem Konzert, welches dann schnell vorbei war, ging es für uns in altbekannter Manier Burger essen und dann auf einen Absacker in die Trailerpark Bar. Es ist irgendwie ein witziges Gefühl, wenn der Barkeeper dein Gesicht bereits kennt und genau weiß, dass du den Rapetrain auch wirklich mit Gin haben möchtest. Steht so aber leider nicht auf der Karte, das müssen gewisse Herren mal ändern.

Viel mehr ist nicht passiert und so endete die Nacht in Berlin relativ früh, das war aber auch genug für mein armes kleines Herz. Noch mehr Überraschungen hätte ich wohl nicht gepackt, denn ich musste erstmal realisieren, was da eigentlich passiert ist. Tatsächlich fühlt es sich im Nachhinein immer noch an wie ein Traum, aber es gibt ja zum Glück das Video vom Auftritt, dank Paul.

Kilkenny bringt mir noch das Reiten bei

Halt. Haben nicht eigentlich nur diejenigen eigene Pferde, die reiten können?

Wer reiten kann und wer nicht, lässt sich pauschal gar nicht so einfach beantworten, wenn ich mal so anfangen darf. Tatsächlich geht das Verständnis über den Begriff des Könnens sehr weit auseinander. Da gibt es Menschen, die sagen nur diejenigen können reiten, die auch erfolgreich auf Turnieren sind, während andere Menschen sich als die größten Talente ansehen, wo sie doch geradeso in der Lage sind sich oben zu halten. Wer reiten kann und wer nicht wage ich nicht zu beurteilen. Ich bewundere diejenigen, die ohne alles mit ihren Pferden ins Gelände gehen, dort in allen Gangarten unterwegs sind und heile wieder kommen und gleichermaßen ziehe ich meinen Hut vor denjenigen, die in jeder Turniersaison siegreich unterwegs sind. Dazwischen liegen allerdings Welten.

Die Antwort auf die Frage ob jemand reiten kann, ist immer ein Stück weit eigene Meinung. Wenn ich finde, jemand hat einen seltsamen Sitz oder sieht einfach in der Bewegung komplett unstimmig zu seinem Pferd aus, frage ich mich oft, wie derjenige mich beurteilen würde. Insbesondere im Freizeitreiter-Bereich, wo ich ja ganz eindeutig hingehöre, finde ich es schwer darüber zu entscheiden ob jemand reiten kann oder nicht. Letztendlich vertrete ich die Auffassung, dass wir alle zur Freude reiten und wer nicht auf Turniere gehen will, muss ja nun auch nicht die höchsten Lektionen beherrschen. Viele Freizeitreiter, mit denen ich so zu tun habe, nehmen aber dennoch regelmäßige Reitstunden (ich im Übrigen jetzt auch nach langer Zeit endlich wieder).

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Was Reitstunden angeht, kann ich natürlich (wie so oft) nur für mich sprechen und möchte das auch gar nicht verallgemeinern. Ich für meinen Teil nehme jedenfalls Reitstunden, eben weil ich mich steigern will und langfristig auch nicht durch mein Reiten irgendwas in Kilkenny kaputt machen möchte. Wir wissen denke ich alle, dass viele Krankheiten gerne auch durch falsches Reiten entstehen. Krankheiten beginnen für mich übrigens schon bei Verspannungen im Rücken, deren Ursache gerne mal im Reiter liegt. Andererseits könnte ich aber auch sagen, mir reicht das was ich habe. Schließlich kann ich mit Killy in allen Gangarten durchs Gelände ziehen und die Geschichte mit Lenkung und Bremse funktioniert auch. Aus oben genannten Gründen will ich es aber nicht allein dabei belassen.

Auch ich träume hier und da vom großen Olympia-Sieg. Dass sich dieser Traum in diesem Leben allerdings nicht mehr erfüllen wird, muss ich vermutlich nicht sagen. Dennoch habe ich ein paar kleine Ziele, die ich ohne Reitstunden nicht im Ansatz realisieren könnte. So würde ich beispielsweise total gerne auf Turnier fahren, um auch mal zu erleben, wie sich so eine Turniersituation eigentlich anfühlt. Auch würde ich gerne auf Lehrgänge fahren, um das ein oder andere Reitabzeichen zu machen oder auch einfach zum Training. Ebenfalls auf meiner to-do-Liste steht, meine Angst vor dem Springen zu überwinden. All das sind allerdings alles Sachen, die ich mit meinem aktuellen Ausbildungsstand nicht in Angriff nehmen brauche, wenn ich nicht total demotiviert wieder nach Hause gehen will.

Deshalb habe ich mich nun endlich mit meiner Reitlehrerin unterhalten und nun nehmen wir das Großprojekt „Killy und Miri“ in Angriff. Jeden Mittwoch habe ich somit Reitunterricht und bereits jetzt kann ich verkünden, dass ich schon so einiges daraus mitnehmen konnte (wenigstens mental). Tatsächlich bin ich auch nach jeder Stunde ziemlich geschafft, denn reiten ist eben doch nicht einfach nur auf einem Pferd sitzen.